Kann die Gasversorgung für Deutschland noch ausreichend sichergestellt werden? LNG-Lieferung aus den USA als Ersatz für Nordstream wackelt!

Kann die Gasversorgung für Deutschland noch ausreichend sichergestellt werden? LNG-Lieferung aus den USA als Ersatz für Nordstream wackelt!

Schlingert Deutschland bald einem für zahlreiche Haushalte bitterkalten Winter entgegen? Der russische Energiekonzern Gazprom hat seine Gaslieferungen nach Deutschland durch die Ostseepipeline „Nord Stream 1“ weiter deutlich reduziert. 

Der Grund dafür sind nach Angaben des Staatskonzerns offenbar Verzögerungen bei Reparaturarbeiten an einer Turbine durch die Firma Siemens. Gleichzeitig gibt es nun erhebliche Probleme beim wichtigen US-Terminalbetreiber für Flüssiggas, der Firma Freeport, die das Angebot an Gas in Europa zusätzlich verknappen. Die Preise steigen, weil dort eine Anlage nach einem Brand bis kommenden September außer Betrieb bleibt.

Der russische Energiekonzern Gazprom drosselt seine Gaslieferungen erheblich. Schon am Dienstagmorgen floss deutlich weniger Gas als in den Vortagen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1. Gerade mal 112 Millionen Kubikmeter täglich kamen da noch an, das sind 30 Prozent weniger, als sonst möglich wären. Und die maximale Liefermenge wird kontinuierlich weiter reduziert. Am Donnerstag morgen lag die stündliche Liefermenge gerade mal noch bei rund 2,6 Millionen Kubikmeter, das bedeutet noch etwa 62 Millionen Kubikmeter täglich. Grund sind nach Angaben des Konzerns Verzögerungen bei Reparaturarbeiten durch die Firma Siemens. Ein Gasverdichteraggregat sei nicht rechtzeitig aus der Reparatur zurückgekommen. Tatsächlich bestätigt „Siemens Energy“ die Meldung des russischen Konzerns: „Um den Betrieb der Pipeline aufrechtzuerhalten, ist es notwendig, dass Turbinen regelmäßig überholt werden“, sagte eine Sprecherin des Energietechnikspezialisten gegenüber Medienvertretern. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen äußert sich bereits besorgt: „Jede Kilowattstunde zählt.“. Seine Besorgnis dürfte noch weiter steigen. Denn Probleme beim wichtigen US-Terminalbetreiber für Flüssiggas, Freeport, verknappen das Angebot an Gas in Europa zusätzlich. Die Preise steigen, weil dort eine Anlage nach einem Brand noch bis zum September vollständig außer Betrieb bleibt. Eine Explosion und ein Brand am 8. Juni legten die Anlage in Quintana, Texas, lahm, als eine unter Überdruck stehende Pipeline riss, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Auf die Anlage entfallen etwa 20 Prozent der US-amerikanischen LNG-Exporte, zugleich ist sie auch ein wichtiger Lieferant für europäische Abnehmer, die derzeit nach Alternativen zum russischen Gas suchen. Der jetzt offiziell angekündigte monatelange Ausfall dieses großen Terminalbetreibers trieb die europäischen Preise für Gas bereits um bis zu 21 Prozent, sie schlossen um 11,6 Prozent höher bei 90,43 Euro pro Megawattstunde.

„Das ist sehr ernst“, stellt Alex Munton fest, Direktor für Erdgas und LNG beim Beratungsunternehmen Rapidan Energy. „Wir haben jetzt einen viel größeren und viel umfangreicheren Ausfall bei Freeport LNG, der mehr Angebot vom Markt nehmen wird, als letzte Woche erwartet wurde.“. Freeport sagt nun, dass durch den verlängerten Ausfall 40 Ladungen wegfallen werden, was deutlich über der früheren Schätzung eines dreiwöchigen Ausfalls liegt, bei dem etwa 13 Ladungen betroffen gewesen wären. Es sei davon auszugehen, „dass Europa am stärksten von diesem Vorfall betroffen sein wird“, so die Analysten von Rystad Energy in dieser Woche. Es wird außerdem erwartet, dass sich Chinas LNG-Nachfrage von den „Covid-19-Abschaltungen“ erholen wird. Düstere Aussichten für Deutschlands Bürger, denn die Gasreserven in Deutschland sind noch lange nicht ausreichend gefüllt, um für die Wintersaison gerüstet zu sein. Und die internationale Konkurrenz um LNG dürfte sich in den kommenden Monaten noch weiter verschärfen. Den Zuschlag wird dann derjenige bekommen, der am tiefsten in die Tasche greift. Die seitens der Ampel-Koalition beschlossenen „großzügigen Entlastungspakete“ werden da bei derlei Preisentwicklungen wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein verdampft sein, lange bevor der nächste Winter vor der Tür steht.

Und mit ihm für zahlreiche Menschen in diesem Land die sehr bange Frage, wie sie ihr Zuhause noch mit annähernd erträglichen Temperaturen beheizen können…! 

Kann die Gasversorgung für Deutschland noch ausreichend sichergestellt werden? LNG-Lieferung aus den USA als Ersatz für Nordstream wackelt!

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