Kein Strom für Züge – Güterzüge mussten aufgrund Stromknappheit stillgelegt werden!

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Audiopodcast vom Abgeordneten des Bayerischen Landtages, Herrn Christian Klingen: Kein Strom für Züge – Güterzüge mussten aufgrund Stromknappheit stillgelegt werden!
Kein Strom für Züge – Güterzüge mussten aufgrund Stromknappheit stillgelegt werden!

Wenn der Güterverkehr stillsteht. Wegen Unterversorgung war die Bahn nun am 23. März gezwungen, Güterzüge in Deutschland stillzulegen. Die Verbände beschweren sich jetzt bei der Bundesnetzagentur. Grund für die Ausfälle: Zu wenig Strom in den Bahnnetzen. 

Das gabs wohl so noch nie: Kein Strom mehr für Züge. Am Mittwochmorgen war der Strom im Bahnnetz so knapp, dass die Bahn ihre Güterzüge stehen lassen musste. Heutzutage werden die meisten Züge mit elektrischen Lokomotiven gezogen – Tendenz steigend.

Der hierfür benötigte Strom war früher ausreichend und auch relativ preisgünstig vorhanden. Jetzt nicht mehr. Denn nun überraschte die DB Energie mit der eiligen Meldung an die Bahn, dass Wartungsarbeiten in verschiedenen Kraftwerken und ein anschließender Kraftwerksausfall zu einer Unterversorgung des Stromnetzes führten. Daraufhin blieb der Bahn nichts anderes als „Lastabwurf“ übrig, also Züge stehen zu lassen.

Symbolbild von fantasylife auf Pixabay

Nun macht es sich schlecht – und ist auch für den Bürger etwas zu augenscheinlich – dem Regionalverkehr mit seinen S-Bahnen noch mehr Verspätungen und Ausfälle zuzumuten oder gar die „schicken“ ICEs stehen zu lassen. Die Bahn gibt schließlich Millionen an Werbung für ihr „grünes Image“ aus.

Denn Bilder von ICEs vor Windrädern vermitteln dem eher einfach gestrickten Grünen, dass sich Windräder drehen und daraufhin der ICE rollt. Dann also lieber Güterzüge stehen lassen. Das merkt niemand so recht, eine leistungsstarke Lok mit ihrem Stromhunger entfällt als heftiger Stromverbraucher und rettet damit die Netzstabilität für die übrigen Verbraucher. Die Betreiber der Güterbahnen sind nun richtig sauer. Sie wurden von dem Stillstand vollkommen überrascht und mussten zusehen, wie ihre wertvollen Frachten auf Abstellgleisen schmorten. Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen will die Bundesnetzagentur einschalten, wenn sich herausstellen sollte, dass nun ausschließlich Güterzüge angehalten wurden.

Symbolbild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay

Peter Westenberger, Geschäftsführer des Verbandes, stellt fest: „Der Güterverkehr ist nicht der Wurmfortsatz der Eisenbahnbranche, er ist systemrelevant für die Industrienation und die Versorgung der Bevölkerung. Große Teile unserer Verkehre haben heutzutage ähnliche Pünktlichkeitsanforderungen wie der Personenverkehr. Unsere industriellen Kunden haben keinerlei Verständnis für mehrstündige Verspätungen.“

Schon länger ist das deutsche Schienennetz durch die intensivierte Doppelnutzung durch Personen-und Warenverkehr überlastet, zerstören Probleme mit der Verfügbarkeit des Schienennetzes die mühsam geplanten Umläufe der Züge und Personalplanungen, teils mit wochenlangen Folgewirkungen. Wenn jetzt noch Probleme mit der Stromversorgung der Lokomotiven dazukommen, werden sich die Kunden für den Güterverkehr wieder abwenden und ihre Ladung stattdessen auf die Straßen bringen. Nach Aussage der Experten muss der Schienengüterverkehr verlässlich sein und verträgt dabei keine weiteren Strapazen. 

Symbolbild von Peter H auf Pixabay

Der Abgeordnete im Bayerischen Landtag Christian Klingen äußert sich besorgt:

Bislang von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, bahnt sich im Hintergrund ein weiteres Debakel an. Der Güterverkehr auf Deutschlands Schienen wird von der ideologischen Energiewende und „Zappelstrom“ zunehmend bedroht. Steht bereits jetzt aufgrund von Lieferengpässen aus dem Ausland hier und da die Produktion still, kommt nun noch erschwerend ein hausgemachtes Lieferproblem aufgrund Strommangels hinzu. Dem Wirtschaftsstandort Deutschland wird auf diese Weise zunehmend der Garaus gemacht. In den wenigsten Wirtschaftszweigen – egal ob Industrie, Handwerk oder Handel – gibt es heutzutage noch eine nennenswerte Lagerhaltung von Rohstoffen, Bauteilen oder Verbrauchsgütern „vor Ort“. Die Anforderung und Lieferung der Produkte erfolgt meist „just in time“ und ist daher auf ein fein abgestimmtes und zuverlässiges Transportsystem angewiesen. Es ist daher unverzichtbar, eine zuverlässige Energieversorgung innerhalb Deutschlands sicherzustellen und den ideologisierten energiepolitischen Irrweg unverzüglich zu beenden! 

Der Abgeordnete im Bayerischen Landtag Christian Klingen
Bild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay
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Anonym
Gast
23. April 2022 19:05

Da muss die gute alte Diesel-Lok wieder her!