Differenz von mehr als 3000 Fällen: Divi liefert endlich Intensiv-Zahlen zum Impfstatus, doch die werfen entscheidende Fragen auf

Tarnen, tricksen, täuschen. Nun endlich liefert auch „Divi“ Intensiv-Zahlen zum Impfstatus, doch diese werfen entscheidende Fragen auf. Denn es ergibt sich eine seltsame Differenz von etwa 3.000 Fällen.

Endlich veröffentlichte „Divi“ nun zusammen mit dem Robert-Koch-Institut lange erwartete Zahlen zum Impfstatus von Corona-Fällen auf deutschen Intensivstationen. Doch statt Antworten zu liefern, wirft die Pressemitteilung aber auch neue Fragen auf. Ein kurzer Überblick über die jüngst veröffentlichten Zahlen zeigte: Bei 8912 von 9946 der im Erhebungszeitraum neu aufgenommenen Corona-Intensivpatienten war der Impfstatus laut „Divi“ bekannt. Das sind rund 90 Prozent aller neuen Fälle. Davon wiesen 9,6 Prozent (856 Fälle) einen „unvollständigen Immunschutz“ auf, waren also genesen ohne Impfung oder nur einfach geimpft.

Seltsamerweise zählen dabei diejenigen Geimpften, die das Vakzin von Johnson & Johnson erhalten haben, in dieser Auswertung als lediglich “Teil-Immunisierte”. Denn in den regelmäßigen Auswertungen des RKI, das die „Divi“-Auswertung mitverantwortete, sowie nach geltender Rechtslage, zählen die mit Johnson & Johnson geimpften Personen ja eigentlich zur Gruppe derer mit “vollständigem Impfschutz”. Es gibt aber noch eine zweite Gruppe an eigentlich vollständig Geimpften, die jetzt plötzlich zur Gruppe der „Teil-Immunisierten” zählt: Menschen, deren letzter Pieks mehr als sechs Monate zurückliegt, werden nicht als vollständig immunisiert gezählt. Während also die Politik für zweifach Geimpfte ohne Erkrankung einen Zeitraum von neun Monaten vorsieht, nach denen der Impfstatus abläuft, ist dieser in der „Divi-Erhebung“ deutlich kürzer gewählt. Warum das so ist, ist unklar. Fragen wirft aber auch die Zahl der Corona-Fälle auf, die laut „Divi“ zwischen dem 14. Dezember und 12. Januar neu auf den Intensivstationen landete. Während in der Pressemitteilung 9946 Fälle genant sind, wurden im besagten Zeitraum tatsächlich nur 6678 Menschen auf Intensivstationen aufgenommen. Die Differenz von immerhin 3268 Fällen erklärt die „Divi“ auf Nachfrage von Medienvertretern damit, dass hier auch Patienten dazugerechnet wurden, die eigentlich schon vor dem 14. Dezember eingeliefert wurden. Für die Addition dieser von den Kliniken versehentlich mit gemeldeten Fälle habe man sich entschieden, um eine “transparente Darstellung” zu haben. Was genau an über 3000 Covid-Intensivpatienten mehr (aus einem Zeitraum vor dem der Erhebung) transparent sein soll konnte „Divi“ jedoch nicht erklären. Was die veröffentlichten Zahlen zudem nicht bieten, sind tiefergehende Details wie beispielsweise Informationen zu den Altersgruppen der Intensivpatienten, zu Virus-Varianten wie Omikron oder zu Schwangeren. Auch tagesaktuelle Daten liefert der Bericht nicht. Ob die Zahlen wenigstens künftig detaillierter aufgeschlüsselt werden ist ebenfalls offen. Auch das wirft erneut Fragen auf, statt Antworten zu liefern.

Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bayerischen Landtag und verbraucherschutzpolitische Sprecher Christian Klingen stellt hierzu fest:

Trotz wiederholter Beanstandungen aufgrund falscher und wissenschaftlich nicht seriös ermittelter Daten gelingt es auch diesmal nicht, dem Bürger und Verbraucher einen klaren Überblick über die Belegung deutscher Intensivstationen mit Corona-Infizierten, Informationen über Altersstrukturen oder gar eine verlässliche Auskunft über deren aktuellen Impfstatus zu geben. Fast gewinnt man mittlerweile den Eindruck, eine derartige Aufklärung sei gar nicht gewünscht und solle nach Möglichkeit unterbleiben. Wie sonst soll man sich das unwürdige „Versteckspiel“ mit um etwa 3000 abweichenden „zusätzlichen“ Intensivpatienten ohne Zuordnung zu deren Impfstatus oder die plötzliche Zuordnung von Menschen in die Kategorie „nur Teil-Immunisiert“ erklären, obwohl diese eigentlich formal zu den „ Vollständig Geimpften“ zählen.

Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bayerischen Landtag und verbraucherschutzpolitische Sprecher Christian Klingen

Quelle: FOCUS

Quelle: TAGESSPIEGEL

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