Zahlen zur Pandemie: Neuerliche Widersprüche in bayerischer Corona-Statistik

Quelle: SZ

Mittlerweile ist man es ja von Vertretern der Bayerischen Staatsregierung gewohnt, dass sie bei Corona mit Statistiken und Zahlen recht willkürlich herumjonglieren. So entpuppt sich nun auch die vorgetragene angebliche Impfquote in bayerischen Pflegeheimen als heiße „Luftnummer“.

Das Bayerische Gesundheitsministerium korrigiert nun nach auffälligen Ungereimtheiten über die Booster-Quote in bayerischen Alten- und Pflegeheimen seine bisherigen Aussagen. Nach Recherchen mehrerer Medien zur Impfquote in bayerischen Alten- und Pflegeheimen hat das Gesundheitsministerium jetzt erklärt, keine „genaue Quote“ nennen zu können. Ein Grund dafür sei, dass es keine Meldepflicht für Heime und Praxen gebe. Noch wenige Tage zuvor hatte das Ministerium mitgeteilt, dass bis Anfang Dezember 63.827 Heimbewohner im Freistaat „geboostert“ wurden und dass von Auffrischungsimpfungen in „einer vergleichbaren Zahl“ durch Ärztinnen und Ärzte auszugehen sei. Damit käme Bayern auf gut 127.000 „Booster-Impfungen“, was ziemlich genau der Zahl der Menschen entspricht, die nach Angaben des Ministeriums derzeit in Heimen leben – und damit einer Quote von 100 Prozent. Nun mögen sich ja gerade in gewisser Weise „autokratisch“ veranlagte Menschen gerne mit Quoten und Zustimmungsraten von 100 Prozent brüsten, das kennt man bereits hinlänglich aus der Geschichte. Doch die genannten Zahlen passen ganz offensichtlich nicht zu dem, was von den einzelnen Landkreisen veröffentlicht wurde, beispielsweise Altötting, wo laut Angaben des Landratsamts die Impfquote in Heimen Anfang Dezember bei etwa 55 Prozent lag. In einer neuerlichen Stellungnahme spricht nun das Gesundheitsministerium nur noch davon, dass zu den gemeldeten 63.827 Booster-Impfungen „weitere Auffrischungsimpfungen durch niedergelassene Ärzte oder Heimärzte hinzu“ kommen, ohne jedoch eine Größe zu nennen. Es ist nun das zweite Mal binnen weniger Tage, dass sich die Bayerische Staatsregierung mit Fragen zu ihrer Corona-Statistik konfrontiert sieht. Erst kürzlich war ans Licht gekommen, dass das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) alle Infizierten, deren Impfstatus unbekannt ist, einfach als nicht geimpft in die Statistik aufgenommen hatte – was natürlich die Inzidenzen beider Gruppen in erheblichem Maß verzerrt.

Klar ist ganz offensichtlich nur, dass nichts klar ist. Zahlen und Statistiken zu Corona werden in Bayern erkennbar unprofessionell erarbeitet und erstellt oder womöglich gar einfach passend gemacht. Dass dann auf dieses mit der Realität oft wenig gemein habende „Flickwerk“ anschließend teils erheblich in die Rechte von Bürgern einschneidende Maßnahmen erfolgen, kann man mit Fug und Recht nur noch als Skandal bezeichnen. Die verantwortlichen Herren in der Staatsregierung sollten sich nun endlich an die eigene (stets länger werdende) Nase fassen und mit sorgfältigen und realen Daten arbeiten, ganz so, wie es in einem Rechtssaat eigentlich selbstverständlich sein sollte. Ansonsten müssen sie sich auch weiterhin gefallen lassen, dass zahlreiche Bürger die Zulässigkeit der Maßnahmen anzweifeln und ihren Protest auch öffentlich kundtun!

Titelbild Quelle: Foto: Sven Teschke, Wikimedia

Mittlerweile ist man es ja von Vertretern der Bayerischen Staatsregierung gewohnt, dass sie bei Corona mit Statistiken und Zahlen recht willkürlich herumjonglieren. So entpuppt sich nun auch die vorgetragene angebliche Impfquote in bayerischen Pflegeheimen als heiße „Luftnummer“. Foto: Sven Teschke
Zahlen zur Pandemie: Neuerliche Widersprüche in bayerischer Corona-Statistik
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