Aldi-Möhrenfamilie: Der Discounter hat eine Chance zur Integration verpasst

Quelle: WMN

Der Discounter Aldi hatte sich für die Vorweihnachtszeit eine nette Werbekampagne ausgedacht. Um in der tristen Jahreszeit etwas aufzumuntern, werben derzeit neue Maskottchen für die wöchentlichen Angebote. Es handelt sich dabei um eine Familie in Gestalt von putzigen Karotten. Doch wir wären nicht im Jahr 2021, wenn die harmlose Karottenfamilie nicht für einen „Eklat“ sorgen würde. Denn die Familie besteht aus: Vater, Mutter und Kindern!

Kai die Karotte und seine Möhrenfamilie sind sehr hübsch anzuschauen und sollen den Menschen in der Vorweihnachtszeit gute Laune bescheren. Doch wie mittlerweile bei nahezu jedem noch so banalen Lebenssachverhalt dauert es nicht lange, bis es mindestens einen Vertreter der moralinsauren Gender-Gaga-Gemeinde auf den Plan ruft. Der schmallippige Vorwurf: Die niedliche Familie, die hier porträtiert wird, zeigt ein traditionelles Elternhaus mit einem Papa und einer Mama. Dazu drei glückliche und wohlerzogene Kinder. Und das sei doch eigentlich nicht zeitgemäß. Die Ehe zwischen Kai und Karla deute auf eine heterosexuelle Beziehung hin. Das geht natürlich gar nicht, auch wenn immerhin 85 Prozent der Gesamtbevölkerung heterosexuell sind. Und in aller Regel zeugen Mann und Frau ein Kind, oder zumindest männliche und weibliche Keimzellen. Die sogenannte „Jungfernzeugung“ ist bislang Tieren wie Blattläusen und Krallenfröschen vorbehalten. Die Dauernörgler jedoch beanstanden, man hätte statt dessen besser eine „queere“ Familie zeigen sollen.

Familie Karotte ist nicht queer genug. Statt Vater, Mutter und Kindern hätte man natürlich auch drei „Karottenweibchen“, davon zwei ohne und eines mit Zipfelspitze wählen können, sowie eine große Zahl an nicht näher bestimmbaren kleineren Karott*innen. Oder Vater Karotte mit seinem Karottinenharem. Oder aber, um die Vielfalt noch besser zu verkörpern, Mutter Karotte mit Vater*in Schwarzwurzel und mehreren kleinen grünen Rosenköhlchen. Oder das non-binäre Karotten-Bananen-Paar. Oder man lässt einfach mal eine nett erzählte Geschichte für sich stehen und gönnt kleinen Kindern ein paar putzige Maskottchen. Schließlich haben unsere Kleinsten seit einer Weile ohnehin nicht mehr allzu viel zu lachen…!

Titelbild Quelle: RegionalQueenslander, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

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