Aufkommende Lieferengpässe – Bedarf für E-Autos steigt rasant: Jetzt droht bei Kobalt die nächste Rohstoffkrise

Reine (99,9 %) Kobalt-Chips, elektrolytisch raffiniert, sowie für den Größenvergleich ein reiner (99,8 % = 2N8) 1 cm3 Kobalt-Würfel - Alchemist-hp (talk) (www.pse-mendelejew.de), FAL, via Wikimedia Commons

Quelle: FOCUS – Titelbild Quelle: Reine (99,9 %) Kobalt-Chips, elektrolytisch raffiniert, sowie für den Größenvergleich ein reiner (99,8 % = 2N8) 1 cm3 Kobalt-Würfel – Alchemist-hp (talk) (www.pse-mendelejew.de), FAL, via Wikimedia Commons

Traurige Nachrichten für Annalena. Nach der Verknappung zahlreicher Rohstoffe kündigt sich nun auch bei den für die Elektromobilität dringend benötigten Kobolden eine Krise an.

Kobalt ist einer der wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung von Batterien und Akkus. Gerade die Autoindustrie braucht ihn mittlerweile in immer größeren Mengen für die Herstellung von Akkus für Elektrofahrzeuge. Schon dieses Jahr führte das zu Engpässen bei der Produktion. Ein Trend, der sich verschärfen könnte. Denn je mehr Elektroautos über unsere Straßen rollen, desto mehr Rohstoffe werden für deren Batterien benötigt. Neben dem oft erwähnten Lithium spielt dabei Kobalt eine wichtige Rolle. Das Element ist sogar eines der Herzstücke eines modernen Akkumulators. Doch Kobalt ist auf der Erde ein rares Gut.

Schätzungsweise bestehen nur 0,004 Prozent der Erdkruste aus diesem Element. Pro Jahr werden nur rund 150.000 Tonnen Kobalt gefördert. Und das Problem dabei ist: Rund 70 Prozent der gesamten Weltproduktion stammen aus der Demokratischen Republik Kongo – und so schön der Name auch klingt, so umstritten ist die Förderung dort. Rund die Hälfte der Produktion, schätzen Experten, werden dort von Kleinbergbauern abgebaut. Für sie gibt es keinen Arbeitsschutz, oft schürfen hier auch Kinder in den engen Minenschächten und nicht selten finanziert der Kobalt-Verkauf militärische Aktivitäten. Autokäufer sollten sich daher bewusst sein, dass ihr vermeintlich so „grüner“ neuer Flitzer in vielen Fällen unter aus ökologischer Sicht höchst fragwürdigen Bedingungen produziert wurde und dass dabei darüberhinaus auch noch Kinderarbeit unter oft unsäglichen Bedingungen in engen und gefährlichen Minen verbunden ist.

Von dem Leid hierdurch finanzierter brutaler militärischer Einsätze ganz abgesehen. Ein Fakt, den die sich als sogenannte Friedenspartei stilisierenden Grün*innen ebenfalls gerne ausblenden. Doch die derzeit geförderten 150.000 Tonnen Kobalt pro Jahr werden schon bald nicht mehr ausreichen. Alle Analysten sind sich darüber einig, dass spätestens 2025 die Nachfrage nach dem Metall das Angebot übersteigen wird. Schuld daran ist unser Hunger nach immer mehr Batterien und Akkus, vor allem in Elektroautos. Die US-Analysten von S&P Global Markets schätzen, dass die Weltproduktion 2025 auf 223.000 Tonnen steigen wird, der Bedarf dann aber schon bei rund 230.000 Tonnen liegen wird. Ab da wird sich die Schere immer weiter auseinander bewegen. Die Internationale Energie-Agentur IEA fürchtet, dass der Bedarf das Angebot 2040 schlimmstenfalls um das 20-fache (!) übersteigen wird. Ein Recycling von Kobalt aus alten Akkus ist zwar grundsätzlich möglich, aber aufwändig. Das Element lässt sich nur in vielen, langwierigen Fertigungsstufen aus dem Schrott lösen, bei denen zudem viel Strom benötigt wird. Und Energie wird künftig ebenfalls ein deutlich teueres und ggf. rareres Gut werden. Die Folge: Es wird in absehbarer Zeit wohl nur noch ein kleiner Teil der westlichen Bevölkerung auch tatsächlich ein entsprechendes Elektroauto fahren können. Individuelle Mobilität wird damit zunehmend zum Luxusgut, das sich dann irgendwann nur noch Besserverdienende leisten können. Der Rest kann sich dann wohl mit dem Lastenfahrrad mühen…!

Quelle: BW24

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