Bundesregierung: Was die mögliche Ampel-Koalition beim Klima plant

Infrastrukturatlas - Appenzeller/Hecher/Sack, CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons

Wald spielt im Ökosystem eine wichtige Rolle. Er ist nicht nur Lebensraum für zahlreiche, teils mittlerweile ausgesprochen seltene, Tier-und Pflanzenarten. Er hat auch eine wichtige Funktion bezüglich der Rückhaltung von Grundwasser, er verhindert die Abtragung von wertvollem Humus durch Wind und Niederschläge, er bindet Lärm und Staub sowie zahlreiche Schadstoffe und – er kühlt und hat damit einen erkennbaren Einfluss aufs Klima. Doch unter der künftigen Ampelkoalition, die sich den „Schutz des Klimas“ ganz besonders ans Revers geheftet hat, wird wohl so mancher Baum und manches Waldstück den erneuerbaren Energien weichen müssen. Denn die erneuerbaren Energien sollen ausgeweitet werden, um mindestens eine Fläche von 7.000 Quadratkilometern – das entspricht in etwa der Hälfte Schleswig-Holsteins. Freie Natur wird Windkraftanlagen weichen.

Der Klimaplan der Ampelkoalition sieht vor, dass (weitere) zwei Prozent der Landesfläche für Onshore-Windenergie vorgesehen werden und auch deutlich mehr Offshore-Windstromanlagen entstehen sollen. Zwei Prozent der Landfläche, das ist doch gar nicht so viel, mag sich so mancher denken. Doch das dahinterliegende Problem ist, dass der Wind nicht überall gleich weht. Nur ein vergleichsweise geringer Teil der Landesfläche bietet Windverhältnisse, die dazu geeignet sind, eine zumindest annähernd wirtschaftliche Ausbeute an Windenergie für die Betreiber von Windrädern zu liefern. Und diese Flächen liegen leider oft genug an Stellen, die bewaldet sind. Im betroffenen Waldstück müssen dann nicht nur die Bäume für die Windkraftanlagen selbst, sondern auch für breite Zufahrtsstraßen weichen. Und das, was vom Wald dann übrig bleibt, ist dann oft in seiner Funktion beeinträchtigt. Denn in einem gesunden und funktionstüchtigen Wald gibt es beispielsweise unter den Bäumen eine gewisse „Aufgabenteilung“. Bei Nadelbäumen beispielsweise haben die Bäume im Inneren des Waldes ihre Äste relativ weit oben, dem Licht entgegen, während die Bäume entlang des Waldrandes bis weit nach unten über Äste verfügen. Dies hat den Zweck, zu verhindern, dass Wind und Stürme ungebremst in den Wald hinein wehen können. Die unteren Äste brechen also den Wind. Somit schützen die buschigen Bäume am Rand den Rest des Waldes. Gibt es plötzlich breite Schneisen mitten durch den Wald, dann weht ein Sturm mit all seiner Kraft und bringt das ungeschützte dünne und gewissermaßen etwas kopflastig wachsende „Stangenholz“ leicht zu Fall. Dann kommt es auf größeren Flächen zu Windbruch und es dauert lange, bis junge Bäume irgendwann die Lücken wieder schließen. Auch für die Tiere des Waldes bergen die Schneisen und Windkraftanlagen zahlreiche Probleme. Vögel und Fledermäuse werden durch Rotoren verletzt oder getötet und es geht Lebensraum verloren für Arten, die eher scheu und versteckt leben und daher größere zusammenhängende Waldflächen für ihren Erhalt benötigen.

Auch das Thema Offshore-Anlagen, also Windkraftanlagen auf dem Meer, ist ökologisch heikel. Oft handelt es sich bei den Standorten um Gebiete, die eine wichtige Rolle für den alljährlichen Vogelzug spielen. Auch hier fallen dann zahlreiche Vögel den riesigen Rotoren zum Opfer. Teils werden sie durch die an den Anlagen – zum Schutz für den Flugverkehr – angebrachten Beleuchtungen gar noch von den Anlagen angelockt, denn viele Vögel und auch andere Meerestiere fühlen sich von Lichtstreifen am Horizont ( vermeintlichen Sonnenstrahlen) angezogen. Doch all dieser Nachteile zum Trotz wollen gerade die Grün*innen, die vermeintliche Öko-Partei, an diesem Konzept festhalten und den Ausbau weiter forcieren. Während sie im Gegenzug bereits in einigen Regionen schon laut plärren und fordern, dass künftig kein neues Einfamilienhaus mehr gebaut werden dürfe. Natürlich sollte auch hierfür der „Flächenfraß“ nicht unbegrenzt weitergehen, doch dürfte der Bauplatz so manchen Einfamilienhauses an weniger ökologisch wertvoller Stelle liegen als mancher Platz für Windkraftanlagen. All dies zeigt wieder einmal, dass es nicht um wirkliche Ökologie und Umweltschutz geht, sondern um das zunehmend zügellosere Ausleben eines ideologischen Konstrukts!

Quelle: NEUEENERGIE

Quelle: UMWELTBUNDESAMT

Titelbild Quelle: Infrastrukturatlas – Appenzeller/Hecher/Sack, CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0, via Wikimedia Commons

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