„Neue Dschihad-Generation entsteht“ – Im Wald übten Eduard K. (22) und seine jungen Eiferer schon den „heiligen Krieg“

MrPenguin20, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons, Die Flagge vom der islamistischen Jihad Bewegung in Palästina, aufgenommen 2014

Quelle: FOCUS – Titelbild Quelle: MrPenguin20, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons, Die Flagge vom der islamistischen Jihad Bewegung in Palästina, aufgenommen 2014

Audiopodcast: „Neue Dschihad-Generation entsteht“ – Im Wald übten Eduard K. (22) und seine jungen Eiferer schon den „heiligen Krieg“

Ein Netzwerk von Islamisten trainiert in Deutschland für den „Heiligen Krieg“. Gegen die sogenannten „Kuffar“, also all diejenigen, die nicht der sogenannten „Religion des Friedens“ huldigen.

Das Schaubild in den Räumen des Staatsschutzes der Kölner Polizei gleicht einem Stern. Über ein Jahr lang hatten die Ermittler dort im Präsidium alle brisanten Kontakte einer Islamisten-Gruppe aus Düren zur gewaltbereiten Extremistenszene in Deutschland und halb Westeuropa zusammengetragen. Das Ergebnis ist besorgniserregend. Im nordrhein-westfälischen Düren hat sich offenbar eine militante Szene radikal-islamischer Salafisten um einen jungen Konvertiten gebildet, die dort für den Kampf gegen die Ungläubigen (Kuffar) trainierte. Observationsteams beobachteten die mutmaßlichen Sympathisanten der Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) bei Übungen in einem Waldstück. Dazu gehörten Übungen im Messerkampf sowie im Kampf mit Äxten. Eine einfache Merhode, um ohne große Vorbereitung und mit leicht zu beschaffendem Material jederzeit und überall zuschlagen und in der Bevölkerung ein Blutbad anrichten sowie Angst und Schrecken verbreiten zu können. Der Fall belegt aus Sicht des Leitenden Kölner Kriminaldirektors Klaus-Stephan Becker einmal mehr, „dass derzeit eine neue Dschihad-Generation hierzulande entsteht.“ Und dass die Akteure immer jünger werden. Zudem haben die Erfolge der Taliban in Afghanistan die Szene geradezu aufgestachelt. Ähnlich wie bei der Migrationswelle 2015 aus Syrien und dem Irak fürchtet der Kölner Kripo-Chef, dass Terroristen über den neuerlichen Flüchtlingsstrom vom Hindukusch unentdeckt nach Deutschland einsickern könnten. „Das islamistische Terrorisiko ist noch nicht vorbei“, betont Becker. Zumal die Nachforschungen der Kölner Polizei gegen die Dürener Gruppe ein riesiges Islamisten-Netzwerk enthüllten, in dem bereits zahlreiche Protagonisten unter Terrorverdacht stehen. Bereits im Sommer 2020 exerzierten Mitglieder der Dürener Gruppe mit islamistischen Gefährdern aus dem Raum Braunschweig/Salzgitter Messerattacken. Auch hier führt die Spur in einen hochbrisanten Zirkel: Denn einer der Protagonisten aus Niedersachsen stand fünf Jahre zuvor im Mittelpunkt von Terrorwarnungen, die zur Absage des Länderspiels gegen die Niederlande in Hannover führte. Die Linien auf dem Schaubild des gewaltbereiten Netzwerks nahmen zu. Denn die Ermittler registrierten auch Verbindungen zu den militanten Milieus in Hamburg, Berlin, Ludwigshafen oder nach Ostdeutschland. Stets kamen die Dürener mit bekannten Dschihadisten zusammen. So etwa mit hessischen Radikalen, die im Verdacht standen, das Radrennen rund um den Henniger Turm für ihre Attacken zu benutzen. Oft ging es auch ins Ausland: Zur Extremistenszene nach Brüssel, Lüttich oder ins belgische Verviers, nach Wien, Graz oder zur berüchtigten Salafisten-Community ins schweizerische Winterthur.

Durch zahlreiche Länder Westeuropas zieht sich mittlerweile ein militantes und höchst gefährliches Netzwerk von islamistischen Gefährdern. Sie üben für Anschläge gegen den von ihnen zutiefst verachteten Westen und die dort lebenden Menschen, die aus ihrer Sicht „Ungläubigen“, die im Rahmen des sogenannten „Heiligen Krieges“ bekämpft und vernichtet werden sollen. Zu diesem Zweck wird auch kontinuierlich Nachwuchs rekrutiert und dieser radikalisiert. Die Taten werden dann häufig von Einzeltätern, anschließend als vermeintliche „Einzelfälle“ tituliert, verübt. Dabei handelt es sich durchaus um ein Muster, einen größer angelegten Plan. Das zeigt der nun von seiten der Ermittler aufgedeckte rege Austausch der einzelnen Gruppen untereinander. Denn zahlreiche der Kleingruppen oder „Einzeltäter“ sind miteinander im Austausch, sei es durch die hier entdeckten Reisen zu anderen Gruppierungen oder noch einfacher über die sozialen Netzwerke. Wer hiervor nach wie vor die Augen verschließt, ist nicht nur höchst naiv, sondern handelt auch fahrlässig gegenüber unserer Gesellschaft und der von ihr vertretenen Werte. Es ist an der Zeit, diese Gefahr klar zu benennen und dieser politisch und gesellschaftlich entschieden entgegenzuwirken!

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One thought on “„Neue Dschihad-Generation entsteht“ – Im Wald übten Eduard K. (22) und seine jungen Eiferer schon den „heiligen Krieg“

  • Schreckliche Erkenntnisse.
    Gut, dass Sie das verbreiten- denn: wer tut es sonst!?
    E.Warda.

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