Sinopec Hauptquartier - 22 Chaoyangmen North Street, Chaoyang District,Beijing, China, WhisperToMe, CC0, via Wikimedia Commons

Quelle: SPIEGEL – Titelbild Quelle: Sinopec Hauptquartier – 22 Chaoyangmen North Street, Chaoyang District,Beijing, China, WhisperToMe, CC0, via Wikimedia Commons

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Audio Podcast: Chinas fossile Konzerne – Sinopec stößt mehr CO₂ aus als Kanada und Spanien zusammen

Haben Sie bei der letzten Bundestagswahl den Grün*innen Ihre Stimme gegeben? Um hier von Deutschland aus durch die Verminderung von CO2 „das Klima zu retten“? Dann sollten Sie sich statt mit Ideologie mal mit harten Fakten auseinandersetzen. Denn die geplante Einsparung von CO2 in Deutschland – und die in der Folge weitere Verlagerung unserer Industrie nach Länder in Fernost – wird nicht zu einer Reduzierung des weltweiten Ausstoßes von CO2 führen, sondern wohl eher noch zu einer Erhöhung.

Die chinesischen Industrie-Emissionen wachsen und wachsen. Das Land in Fernost stößt inzwischen mehr als doppelt so viel Treibhausgas aus wie die USA, der weltweit zweitgrößte Emittent. Demnach ist der CO2-Ausstoß in dem Land mit mittlerweile 1,4 Milliarden Einwohnern so gewaltig, dass einzelne der dortigen Unternehmen jedes Jahr die Emissionen ganzer westlicher Länder übertreffen. Hierzu ein paar Beispiele anhand einzelner chinesischer Staatskonzerne: Der Öl- und Petrochemiekonzern Sinopec kommt auf 733 Millionen Tonnen, mehr als Spanien und Kanada zusammen. Dabei steht Kanada als Ölproduzent selbst auf Platz 11 der Länder mit dem größten Treibhausgasausstoß. Der Stahlhersteller China Baowu stößt mit 211 Millionen Tonnen mehr CO2 in die Atmosphäre als Belgien und Österreich zusammen. Der Energiekonzern Huaneng Power kommt mit 317 Millionen Tonnen an den Ausstoß von Großbritannien heran. Und der Autobauer SAIC produziert mit 158 Millionen Tonnen ähnlich viel CO₂ wie Argentinien. Das sind nur eine Handvoll Unternehmen, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Während der chinesische Staatschef Xi Jinping im September ankündigte, zukünftig keine Kohlekraftwerke mehr in anderen Staaten bauen zu wollen, sieht es im eigenen Land anders aus. Kohle kann China selbst fördern, was die Abhängigkeit von Energieexporten verringert. Zwar sollen die fünf größten Energieversorger des Landes, die sogenannten Big Five, ab 2025 eigentlich ihre Emissionen zu senken. Trotzdem werden weiterhin neue Kohlekraftwerke gebaut. Auch der Bauboom und die Errichtung ganzer Städte färbt die „Klimabilanz“ tiefrot, weil dafür Stahl und Zement gebraucht werden. Produkte, deren Herstellung mit einem ganz besonders hohen Energieaufwand verbunden ist. Und auf die das Land angesichts seiner wachsenden Bevölkerung und seiner fortschreitenden Industrialisierung auf dem Vormarsch zum Weltmarktführer nicht verzichten kann und wird. Da können Greta und Co. wohl noch so empört mit dem Füßchen aufstampfen.

Chinas Aufstieg zum Wirtschaftsgiganten ist ungebrochen. Und diesem Ziel wird dort erfahrungsgemäß letztlich alles andere untergeordnet. Da ist es auch wenig verwunderlich, dass China bereits frühzeitig seine Teilnahme am Weltklima-Gipfel in Schottland im November dieses Jahres abgesagt hat. Westliche Vertreter befürchten bereits, dass dessen Fernbleiben der Auftakt dafür sein könnte, dass sich die Volksrepublik weigert, inmitten der aktuellen Energiekrise neue Klimaziele festzulegen. Die durch die in Deutschland aufgrund der Energie- und sonstigen Transformation abzusehende Abwanderung von Betrieben bzw. Technologien nach Fernost wird also keine Reduktion von CO2 zur Folge haben, sondern nur eine Verlagerung des CO2 Ausstoßes in eine andere Region. Dazu kommt das Problem, dass man in China bislang mit dem Verbrauch von Rohstoffen und Energie deutlich weniger sparsam und umweltbewusst umging als beispielsweise hierzulande. Somit dürfte also nicht nur eine räumliche Verlagerung damit verbunden sein, sondern sogar ein Anstieg der Emmissionen. Die Unterstützung einer solchen Politik kann man, gelinde gesagt, nur als naiv und närrisch bezeichnen!

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One thought on “Chinas fossile Konzerne – Sinopec stößt mehr CO₂ aus als Kanada und Spanien zusammen

  • Trotzdem bekam der Wirtschaftsgigant doch wieder Millionen
    Von „ Entwicklungshilfe“ in diesem Jahr von Deutschland!

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