Authors of the study: Sandra Lopez-Leon, Talia Wegman-Ostrosky, Carol Perelman, Rosalinda Sepulveda, Paulina A. Rebolledo, Angelica Cuapio & Sonia Villapol, CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons

Immer wieder berichten Medien über das sogenannte Long-Covid-Syndrom, eine anhaltende Müdigkeit und Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit nach überstandener Corona-Infektion. Eine aktuelle Studie offenbart, dass nur bei einem relativ geringen Teil der hiervon Betroffenen nachweisbare Organbeeinträchtigungen zugrunde liegen. Weitaus häufiger scheint es sich hingegen um eher somatisch bedingte Störungen zu handeln – auch hervorgerufen durch die mit den staatlichen Corona-Beschränkungen verbundenen Einschränkungen des sozialen Lebens!

Häufig ist unklar, was genau eigentlich hinter „Long Covid“ steckt. Ärzte aus Ulm haben deshalb systematisch nach Organschäden gefahndet – und haben dabei recht häufig eine Diskrepanz zwischen Beschwerden und pathologischen Befunden feststellen können. Viele Menschen leiden noch Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion an Beschwerden, oft äußern sich diese diffus und betreffen unterschiedlichste Körperregionen. Dieser Symptomkomplex wird gemeinhin als „Long Covid“ bezeichnet. Doch noch immer ist wenig über die zugrunde liegenden Ursachen bekannt: Sind durch die Infektion verursachte, anhaltende Organschäden dafür verantwortlich, eine Inflammation oder bleibende Gefäßschädigungen? In einer Spezialambulanz für Covid-​Spätfolgen an der Uniklinik Ulm ist man dieser Frage im Rahmen eines Forschungsprojektes nun auf den Grund gegangen. Insgesamt 231 „Long-Covid“-Patienten wurden hierfür systematisch untersucht, die gründlich durchgeführte Studie umfasste dabei drei Stufen.

In der ersten Stufe wurden bei insgesamt 80 Patienten Auffälligkeiten bezüglich der körperlichen Leistungsfähigkeit festgestellt. Definitive Organschäden ließen sich in den weiteren Stufen dabei bei 16 Patienten nachweisen, bei 10 waren diese kardialer Natur wie beispielsweise Anzeichen einer abgelaufenen oder anhaltenden Myokarditis. Die restlichen 6 Patienten hatten pulmonale Einschränkungen, also Einschränkungen bezüglich der Leistungsfähigkeit der Lunge. Hochgerechnet auf alle Betroffenen schätzen die an der Studie beteiligten Mediziner, dass bei circa 15,4% der Long-Covid-Patienten kardiale oder pulmonale Veränderungen zu finden sind, die zumindest potenziell auf die COVID-19-Erkrankung zurückzuführen sind. „Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass bei 84,6% keine pathologischen Veränderungen zu finden sind“, stellt einer der untersuchenden Kardiologen fest. Doch wenn es keine Organveränderungen sind, was steckt dann hinter den Beschwerden und was kann man gegen diese tun? Die Spezialisten können darauf aktuell noch keine abschließende Antwort geben, weisen aber auf den Einfluss diverser sonstiger Faktoren hin. So kommen etwa auch Patienten in die Behandlung, die bereits in der Vorgeschichte depressive Erkrankungen hatten und deren Symptomatik sich durch Quarantäne, Lockdown usw. verschlimmert haben. Eine Rolle könnte nach Einschätzung der Mediziner auch ein andauernder Bewegungsmangel spielen. Denn viele der Patienten haben seit Monaten kein Sport mehr ausgeübt, weil z. B. das Fitnessstudie geschlossen war, die Laufgruppe ausgefallen ist oder Sportvereine aufgrund der Corona-Regelungen kein Training mehr anbieten konnten. Patienten mit unauffälliger körperlicher Diagnostik wird daher eine klare Empfehlung zur sportlichen Bestätigung ausgesprochen.

Soziale Isolation und Bewegungsmangel machen krank oder schränken zumindest die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit erkennbar ein. Das ist nicht erst seit heute bekannt. Allerdings zeigt nun eine aktuelle Studie an Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, dass die staatlich verordneten Zwangsmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Schlißung von kulturellen und sportlichen Einrichtungen offenbar weit mehr Langzeitschäden an Infizierten hinterlassen haben als der Virus selbst. Denn nur ein relativ geringer Prozentsatz der Menschen, die derzeit langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen beklagen, weist auch tatsächlich organische Beeinträchtigungen auf. Die Mehrzahl leidet offenbar aufgrund der sozialen Einschränkungen durch Quarantäne und Lockdown sowie durch anhaltenden Bewegungsmangel, da sie ihren bislang üblichen sportlichen Aktivitäten über längere Zeit nicht mehr nachgehen konnte. Die staatliche Corona-Politik, die – wie wir mittlerweile aufgrund eines Urteils des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs wissen – zumindest in einigen Teilen grob rechtswidrig war, hat Menschen in unserem Land offenbar unnötig krank gemacht bzw. bereits vorhandene Leiden erkennbar verstärkt. Anstatt sich auf die Risikogruppen zu konzentrieren und diese adäquat zu schützen, hat der Staat mit seinem pauschalen Rundumschlag mehr geschadet als genutzt. Und auch die mittlerweile geltenden Corona-Maßnahmen sind dazu geeignet, das Dilemma fortzuführen. Denn wer sich – trotz bereits erfolgter Infektion mit dem Corona-Virus und damit eigentlich Genesener und nach Aussage von Experten eigentlich gut Immunisierter – nicht spätestens sechs Monate nach abgeklungener Infektion mit den neuartigen und kaum erprobten Impfstoffen impfen lassen möchte, darf aufgrund der nahezu überall geltenden 2G- bzw. 3G-Regelungen auch künftig nicht am sozialen Leben in der Öffentlichkeit oder am sportlichen Leben in Vereinen oder Fitnessstudios teilnehmen. Wer nicht „spurt“, bleibt also auch weiterhin draußen – eine Situation, die sich auch auf die Zahl der Long-Covid-Patienten in Deutschland weiterhin negativ auswirken wird.

Quelle: KARDIOLOGIE ORG

Titelbild Quelle: Authors of the study: Sandra Lopez-Leon, Talia Wegman-Ostrosky, Carol Perelman, Rosalinda Sepulveda, Paulina A. Rebolledo, Angelica Cuapio & Sonia Villapol, CC BY 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by/4.0, via Wikimedia Commons

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