Symbolbild, Trolleybus BKM-321 (ASKM-321) auf der Nevsky Avenue in St. Petersburg - Alex 'Florstein' Fedorov, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Bei einem neuen Pilotprojekt wollen die Verkehrsministerien des Bundes und Bayerns Oberleitungen über eine bayerische Autobahn spannen – entweder die A 9 oder die A 92

Der Freistaat Bayern hat das Projekt „E-Highway Bayern“ dem bereits hinlänglich als Garant für erfolgreiche Projekte bekannten CSU-Minister Andreas Scheuer vorgeschlagen, dessen Bundesverkehrsministerium nun dafür laut einem eigenen Papier einen „niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag“ in Aussicht gestellt hat

Das Geld könne aus dem Energie- und Klimafonds des Bundes kommen, heißt es aus dem Ministerium, das allerdings nach der Bundestagswahl mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht mehr von Andreas Scheuer geführt werden wird.

Schwere Lastwagen mit Hilfe von Batterien zu elektrifizieren gilt nicht als aussichtsreich. Denn um auf diese Weise große und schwere Lasten über weite Strecken transportieren zu können, müssten die Batterien selbst viel zu schwer und zu voluminös werden. Da kam es innerhalb der CSU zu einem wahrlich zündenden Gedanken. Wie wäre es, wenn die Lastwagen den Strom für ihre Motoren wenigstens auf einem Teil der Strecke per Oberleitung beziehen und dann auch gleich unterwegs ihre Akkus aufladen könnten. Denn die Akkus wären natürlich weiterhin nötig, damit die Lastwagen die elektrifizierten Fahrspuren und Autobahnabschnitte irgendwo auch wieder verlassen können und nicht allein an der Oberleitung festhängen und so auf einen reinen Linienbetrieb festgelegt wären wie beispielsweise O-Busse im Nahverkehr. Schließlich wäre es nicht ganz so sinnvoll, wenn sämtlicher Warenverkehr für den Flächenstaat Bayern lokal auf eine schmale Linie beschränkt wäre. Doch hat man in der CSU und im Verkehrsministerium schon mal etwas näher auf bayerische und deutsche Autobahnen geschaut? In der Praxis sind dort nämlich in ellenlangen Kolonnen auch unzählige LKW aus dem Ausland unterwegs, die ihre Waren quer durch Deutschland in alle Himmelsrichtungen Europas verteilen. Und da man, um es mal vorsichtig auszudrücken, im Rest der Welt nicht unbedingt auf E-Mobilität fixiert ist – vor allen Dingen wohl auch nicht bezüglich von LKW‘s – stellt sich die rein praktische Frage, wie viele der international agierenden Firmen aus anderen Ländern ihre Fahrzeugflotte wohl auf außerordentlich teuerere Vehikel umstellen würden, noch dazu unter dem Aspekt, dass man in anderen Ländern Europas und ausserhalb der EU wohl keine derartigen Oberleitungen an den dortigen Autobahnen entlangführen würde. Was zur Folge hätte, dass all diese LKW‘s dann natürlich doch die extrem schwere und aufwändige und zu voluminöse Batterie benötigen würden, um dann auch auf den übrigen Strecken außerhalb Deutschlands ohne permanente und zeitaufwändige Ladevorgänge unterwegs sein zu können.

Das Pilotprojekt wird also vor allen Dingen eines: Massenweise Steuergelder verschlingen. Etwas, in dem Andreas Scheuer bereits hinreichend Erfahrung hat. Und in der Praxis wohl nur von einem kleinen Teil der Fahrzeuge genutzt werden wird. Den LKW‘s der braven deutschen Firmeninhaber, denen man jeden auch noch so großen Schwachsinn aufbürden kann. Und die leidgeplagten Bürger dürfen dank immer weiterer Ausgaben ihre Gürtel auch weiterhin immer enger schnallen!

Quelle: SÜDDEUTSCHE

Titelbild Quelle: Symbolbild, Trolleybus BKM-321 (ASKM-321) auf der Nevsky Avenue in St. Petersburg – Alex ‚Florstein‘ Fedorov, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

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