Dhill204, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Die Taliban, eine extremistische Terrororganisation, erklärt sich bereit, Deutschland „zu vergeben“. Und fordert nun „im Gegenzug“ unsere Hilfe. Eigentlich ist das Ganze an Absurdität kaum noch zu überbieten

Wenn, ja wenn da nicht noch unsere Bundesregierung wäre. So denkt SPD-Außenministerdarsteller Heiko Maas allen Ernstes laut über eine offizielle Botschaft Deutschlands in Kabul nach. Obwohl die Taliban gerade erst eine ehemalige schwangere Polizistin vor den Augen ihrer Familie getötet haben – ein kleines „Exempel“ dafür, was mit Menschen geschieht, die den Taliban nicht gehuldigt und mit westlichen Ländern zusammengearbeitet haben

Die Taliban fordern selbstbewusst diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und dem „Kalifat“ Afghanistan. Das stellte der Sprecher der neuen Machthaber in Afghanistan, Sabiullah Mudschahid, gegenüber Medienvertretern klar. „Wir wollen starke und offizielle diplomatische Beziehungen zu Deutschland“, erklärte er. Wie andere Länder auch wünsche man sich von der Bundesregierung finanzielle und humanitäre Hilfen, wie etwa Unterstützung und Kooperationen bei der Landwirtschaft, der Bildung oder im Gesundheitsbereich. Da fragt man sich als Bürger bass erstaunt „was genau hat denn Deutschland zusammen mit anderen westlichen Staaten in den vergangenen zwanzig Jahren für irrsinnige Summen von Geld getan?“ Richtig. Beispielsweise Bildungseinrichtungen und Schulen geschaffen. Die – oder irren wir uns ? – genau von ebenjenen Taliban bei ihrem Vormarsch beschädigt und für Mädchen geschlossen wurden. Bildung steht nämlich im wunderbaren neuen Kalifat, wenn überhaupt, ausschließlich Männern zu. Frauen haben da nichts zu melden und auch später keinen Beruf auszuüben. Was mit Frauen geschehen kann, die berufstätig sind, durfte man leider erst heute wieder mit Grauen vernehmen, als ein Migrant aus Afghanistan eine in Berlin tätige Landschaftsgärtnerin mit mehreren gezielten Messerstichen in den Hals erheblich verletzte – der Anlass für die Tat war unter anderem damit begründet, dass die Frau ihren Beruf ausübte. Und in Afghanistan wurde erst jetzt eine ehemalige Polizistin von den Taliban in der zentralafghanischen Provinz Ghor getötet. Die schwangere Frau, die vor der Machtübernahme der Islamisten ihren Dienst in einem Gefängnis in der Provinz verrichtet hatte, ist in der Nacht am Samstag vor den Augen ihres Ehemannes und Sohnes von Taliban getötet worden, sagte Hassan Hakimi, ein aus Ghor stammender Aktivist der Deutschen Presse-Agentur.

Deutschland soll also gutes Geld schlechtem hinterherwerfen und einem Regime finanzielle Hilfe zukommen lassen, das Bildung in der Bevölkerung im Grunde zutiefst verachtet? Und welches deutsche Interesse sollte an einer Kooperation mit der afghanischen Landwirtschaft bestehen, die für über neunzig Prozent des weltweiten Opiumanbaus verantwortlich ist? Da fehlt es gerade noch, dass Außenminister Heiko Maas mit Gedanken an diplomatische Beziehungen um die Ecke kommt. Welches Interesse sollte Deutschland konkret daran haben, mit einem mordenden islamistischen Terrorregime in politische Kooperation zu treten? Die politische Naivität der SPD ist offenbar mittlerweile völlig grenzenlos.

Die SPD zeigt auch in diesem Zusammenhang einmal wieder, dass sie mit Realpolitik hoffnungslos überfordert ist. Wie sonst käme man auf die völlig absurde Idee, mit einer islamistischen Terrororganisation zusammenarbeiten zu wollen, die gerade erst das zerstört hat, was Deutschland in den vergangenen zwanzig Jahren an finanzieller und humanitärer Hilfe mühevoll aufgebaut hatte. Die in Afghanistan gerade diejenigen ihrer Landsleute bekämpft und tötet, die an dieser Aufbauarbeit mit beteiligt waren und eigentlich die Leistungsträger dieses Landes wären und die von den Taliban dort gewünschte Aufbauarbeit für ein Bildungs-und Gesundheitswesen gut und motiviert unterstützen könnten. In Wahrheit geht es nur um unser Geld. Und um den Westen „vorzuführen“. Diesem Ansinnen muss eine klare und deutliche Absage erteilt werden!

Quelle: STERN

Quelle: TAGESSPIEGEL

Quelle: BERLINER ZEITUNG

Titelbild Quelle: Dhill204, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

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