Laboratoires Servier, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

„Ärmel hoch. Ein kleiner Pieks für Dich, für mich, für alle“, schallt es uns seit Monaten von überallher entgegen. Doch so mancher hat mittlerweile den kleinen Pieks nicht nur mit seiner Gesundheit, sondern auch mit seinem Leben bezahlt. Zu den unerwünschten Nebenwirkungen der besten Impfung, die wir je hatten, zählt auch das Guillain-Barré-Syndrom (GBS)

Doch der Hersteller des Vakzins von Astrazeneca streitet trotz entsprechender medizinischer Daten einen Zusammenhang mit der Impfung ab. Die Betroffenen werden damit mit ihren möglicherweise lebenslangen erheblichen Einschränkungen im Stich gelassen

Der berliner Schuhmacher John O‘ Hara wollte eigentlich nur der eindringlichen Empfehlung der Bundesregierung folgen und sich frühzeitig gegen Corona immunisieren lassen. Mit einem Herzinfarkt als Vorerkrankung gehörte er zur Priorisierungsgruppe 3. Am 07. Juni ließ er sich daher mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen Corona impfen. Nur zwölf Tage später ereilte ihn plötzlich ein höllischer stechender Schmerz in seiner Lendenwirbelsäule. Daraufhin begann für den Mann eine Odyssee bei Allgemeinmedizinern, Notaufnahmen und Fachärzten – zunächst ohne Befund. Mittlerweile befindet er sich in einer Reha-Klinik bei Berlin. Die Beine sind gelähmt, er sitzt im Rollstuhl und kann weder stehen noch laufen. Die Feinmotorik der Hände funktioniert nicht mehr, so dass er nicht einmal mehr einen Joghurtbecher selbst öffnen kann. Dazu ein Dauerschmerz im Rücken. Die Ursache: Das sogenannte Guillain-Barré-Syndrom. Die Erkrankung schreitet rasch voran, das Immunsystem zerstört dabei die Ummantelung der Nervenzellen. Mit Therapien stoppten die Experten letztendlich den Prozess. Und sie meldeten dem in Deutschland zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) den Verdacht auf eine erhebliche Impfkomplikation. Da Fatale: Eine Häufung von Fällen mit dieser Erkrankung nach Astrazeneca-Impfungen waren der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) bereits Anfang Mai bekannt. Also bereits zu einem Zeitpunkt, bevor der Schuster aus Berlin die für ihn folgenschwere Impfung verabreicht bekam! Das PEI zählte bis Ende Juli bereits 37 bestätigte Fälle. Im August wurde deshalb ein Warnhinweis in den Aufklärungsbogen aufgenommen. Für einige Betroffene zu spät. „Mein Fall wäre vermeidbar gewesen“, sagt daher John O‘Hara. Ob John O‘Hara seine Schuhmacher-Werkstatt je wieder öffnen kann und sich bei ihm die Lähmungen zurückbilden, wissen die Ärzte noch nicht. Er sagt: „Politik und Pharmafirma müssten Verantwortung für die Opfer übernehmen!“. Doch das tun sie nicht. Eine Sprecherin von Astrazeneca wiegelte auf eine aktuelle Anfrage von Medienvertretern ab: Es gebe derzeit keinen Beweis für einen Zusammenhang von GBS mit dem Impfstoff. Doch das stimmt so nicht. Bereits In 37 Fällen konnte das PEI gemäß der offiziellen Kriterien der Weltgesundheitsorganisation tatsächlich feststellen, dass die Impfung ursächlich für den Ausbruch der schweren neurologischen Erkrankung ist. Rein statistisch wären laut PEI innerhalb von 14 Tagen nach Impfung 8,48 Fälle zu erwarten gewesen – es wurden aber tatsächlich 43 Fälle gemeldet. Der Ausschuss für Risikobewertung der Europäischen Arzneimittelagentur hat im daher Juli 2021 empfohlen, einen entsprechenden Warnhinweis in die Produktinformationen der Covid-19-Impfstoffe der Firmen Janssen und AstraZeneca aufzunehmen.

Es ist eine unerträgliche Situation. Nicht nur, dass Menschen im guten Glauben an einen nach Aussagen von Regierungsvertretern und Medien vermeintlich ausreichend und sorgfältig getesteten Impfstoff zum Teil gravierende Nebenwirkungen erlitten haben. Sondern darüberhinaus, dass offensichtlich niemand – weder der Hersteller noch die Politik – bereit ist, den Betroffenen zu helfen und ihren tatsächlich erlittenen Impfschaden auch formal als solchen anzuerkennen, so dass der Geschädigte zumindest – wie bei misslungenen Impfungen gegen andere Erreger üblich – entsprechende Entschädigungsleistungen für seine gravierenden gesundheitlichen Schäden erhält. Im Gegenteil – es wird derzeit nichts unversucht gelassen, um möglichst flächendeckend möglichst alle Menschen in diesem Land zu einer Impfung zu nötigen, sei es zur Erstimpfung, zum „Wiederholungspieks“ für bereits „vollständig Geimpfte“ oder zur Impfung für bereits Genesene, deren „Einlassdokument“ für zahlreiche Orte des öffentlichen Lebens bereits sechs Monate nach Ende ihrer Infektion wieder abläuft. Doch wie sollen die Menschen Vertrauen in die Impfkampagne gewinnen, wenn bereits festgestellte erhebliche Nebenwirkungen erst mit zeitlicher Verzögerung veröffentlicht werden und in die medizinische Beratung mit einfließen? Wie sollen Menschen Vertrauen gewinnen, wenn nicht einmal sichergestellt ist, dass auftretende Impfschäden zügig anerkannt werden und die Betroffenen dann zumindest im Falle einer anhaltenden Behinderung (oder die Hinterbliebenen nach dem Tod eines aufgrund der Impfung Verstorbenen) die für die künftige Sicherstellung des Lebensunterhalts notwendigen Entschädigungsleistungen erhalten? Wer so agiert, muss sich nicht wundern, dass es Menschen gibt, die der Corona-Impfung mit Skepsis gegenüberstehen und diese für sich ablehnen!

Quelle: BILD

Titelbild Quelle: Laboratoires Servier, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

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