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Die Corona-Impfkampagne nimmt immer penetrantere Züge an. Nahezu überall im Alltag sollen Menschen dazu animiert werden, für den „kleinen Pieks“ die Ärmel hochzukrempeln

Nun sollen die Impfungen in mehreren Bundesländern auch in Schulen stattfinden. Hiergegen wendet sich der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte und kritisiert derlei Vorgehen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat die Pläne mehrerer Bundesländer kritisiert, Kinder und Jugendliche an und im Umfeld von Schulen gegen den Coronavirus zu impfen. So ist in verschiedenen Bundesländern vorgesehen, beispielsweise mobile Impfteams an Schulen zu schicken. „Die Jugendlichen stehen in den Schulen sehr stark unter Gruppenzwang, so dass eine freie und unabhängige Entscheidung schwierig wird“, sagte der Bundessprecher des Verbandes, der Kinderarzt Jakob Maske, gegenüber Medienvertretern. In Arztpraxen sei es viel besser möglich, Familien individuell zu beraten. Denn der eigene Kinderarzt oder Hausarzt kennt den Patienten, die Familie und das Umfeld gut und kann daher viel besser beraten, ob die Impfung individuell sinnvoll ist oder nicht.

Nachdem sich die STIKO dem monatelangen Druck seitens der Politik „endlich gebeugt“ und eine Impfempfehlung auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen hat, soll es offenbar ganz schnell gehen. Man möchte die betreffenden Kinder und Jugendlichen nun auch in der Schule impfen. Das mag zwar juristisch möglich sein, wirft aber dennoch ein recht fragwürdiges Licht auf die Kampagne. Denn nicht alle Kinder und Jugendlichen der betreffenden Altersgruppe verfügen über ausreichend fachliche Informationen oder auch die notwendige Reife, um die Tragweite eines medizinischen Eingriffs mit einem noch nicht ausgereiften und ausreichend erprobten Impfstoff zu überblicken und richtig einschätzen zu können. Da besteht leicht die Gefahr, sich einfach ohne großes Nachdenken anderen Klassenkameraden anzuschließen, weil „diese es ja auch machen“, oder gar einem gewissen Gruppenzwang unterworfen zu werden. Auch ist es fraglich, ob beispielsweise ein Zwölfjähriger stets zuverlässig in der Lage ist, dem mobilen Impfteam umfassend und korrekt Auskunft zu geben bezüglich individueller Risikofaktoren wie beispielsweise Vorerkrankungen oder Unverträglichkeit von Medikamenten. Faktoren, die auf eine Risikoabwägung Einfluss haben können. Weshalb überlässt man es nicht den niedergelassen Ärzten, ihre minderjährigen Patienten und deren Sorgeberechtigte in dieser Frage zu beraten und umfassend aufzuklären? Insbesondere deshalb, weil Menschen dieser Altersgruppe eigentlich nur in seltenen Fällen selbst schwerwiegend am Corona-Virus erkranken und damit der individuelle Nutzen einer Impfung für sie selbst – und das sollte gerade bei Kindern und Jugendlichen der Hauptaspekt bei medizinischer Vorsorge und Behandlung sein – eher gering ist!

Quelle: TAGESSCHAU

Titelbild Quelle: User:Sogndal123, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

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