Populär, aber unnütz – Sie machen alles nur schlimmer: Der große Corona-Irrtum mit den Plastik-Scheiben

Rainer Sturm / pixelio.de

Seit einigen Monaten sind sie aus dem Alltag in Deutschland kaum noch wegzudenken

Nicht nur in Lokalen und Geschäften sondern auch an zahlreichen Arbeitsplätzen prangen aufgrund der Corona-Pandemie zum „Schutz vor Aerosolen“ (Plexi)Glasscheiben

Doch neue Studien haben ergeben: Die Trennwände sind offenbar nicht nur unnütz, sondern erhöhen gar noch die Gefahr für das Infektionsgeschehen.

Ob in Cafés, Supermärkten oder Büros: Seit der Corona-Pandemie sind Plastikbarrieren und Plexiglas-Scheiben überall zu finden. Diese Maßnahme sollte nach Einschätzung der Regierung die Verbreitung von Corona-Partikeln stoppen und wurde daraufhin von Behörden in zahlreichen Hygienekonzepten als Auflage für den Betrieb gemacht. Doch Forscher haben zwischenzeitlich festgestellt, dass diese Barrieren oft nicht nur unnütz sind – sie machen darüberhinaus teils alles noch schlimmer. Eine Reihe von Studien ist mittlerweile zum Schluss gekommen, dass diese Art von Barrieren nur in seltenen Fällen einen positiven Einfluss auf die Verbreitung von Aerosolen in geschlossenen Räumen haben. Eine vielbeachtete Studie des „Johns Hopkins Institut“ geht sogar davon aus, dass es an Sitzplätzen mit Plastikbarrieren eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus gibt. Das liegt an den sogenannten „toten Zonen“, Stellen, an denen die Luftzirkulation komplett ausfällt und an denen sich dann Aerosole sammeln können. Normalerweise werden Aerosole in gut belüfteten Räumen dank der normalen Luftzirkulation nach etwa 15 bis 30 Minuten durch Frischluft ersetzt. Doch die Plastikbarrieren können diese Zirkulation unterbrechen und genau diese „toten Zonen“ erschaffen. Die Aerosole bleiben auf diese Weise länger im Raum und dadurch steigt die Ansteckungsgefahr. Ein Kassierer an einer Supermarktkasse beispielsweise könnte somit schneller seine nebenan sitzende Kollegin anstecken als ohne die Abtrennung. Zu einem vergleichbaren Ergebnis kamen die Forscher verschiedener Institutionen aus dem US-Bundesstaat Massachusetts. Dort befassten sich die Wissenschaftler mit den Corona-Maßnahmen in lokalen Schulgebäuden und wiesen hier mit Experimenten nach, dass Plexiglas-Scheiben die Luftzirkulation bremsen. Somit könnten zahlreiche Abtrennungen beispielsweise in Lokalen oder Büros die Lage eher „verschlimmbessert“ haben. Lediglich in den Fällen, wenn sich nur eine einzelne Person hinter der Scheibe befindet, wie beispielsweise ein Busfahrer in einer „Kabine“, können derartige Barrieren sinnvoll sein.

In ganz Deutschland waren in den zurückliegenden Monaten zahlreiche Betriebe gezwungen, im Rahmen von Hygienekonzepten zum vermeintlichen Schutz ihrer Mitarbeiter und Kunden Abtrennungen aus (Plexi)Glas zu installieren. Nicht nur ein immenser zusätzlicher Materialverbrauch, sondern darüberhinaus auch eine oft kostenintensive außerplanmäßige Anschaffung. Und nun zeigt sich, dass viele dieser Investitionen offenbar nicht nur „für die Katz“ waren, sondern statt dessen ggf. das Infektionsgeschehen auch noch ungünstig beeinflussen. Zahlreichen Betrieben ist durch die „mit heißer Nadel gestrickten“ offenbar ungeeigneten Corona-Maßnahmen nun ein wirtschaftlicher Schaden entstanden – und das zu einer Zeit, in der viele Betriebe aufgrund Lockdowns und corona-bedingten Betriebsschließungen ohnehin mit teils erheblichen Einnahmeeinbußen gestraft waren!

Quelle: FOCUS

Titelbild Quelle: Rainer Sturm  / pixelio.de

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