Danuj Jayawardena, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Wer kennt es nicht. Immer wieder werden Stimmen, die nicht zum Mainstream passen, in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter gelöscht oder gar deren Accounts komplett gesperrt

Sogar das Twitter Konto des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump fiel vor einigen Monaten der Zensur zum Opfer. Nicht jedoch der Twitter Account der radikal-islamischen Terrororganisation der Taliban

Diese terroristische Vereinigung darf dort nach wie vor ungestört ihre Hassbotschaften und ihre Freude über ihren Sieg über die Menschen in Afghanistan in die Welt hinausposaunen

Twitter verbreitet Meldungen und Videos, auf denen sich die radikal-islamischen Taliban feiern. Der Kurznachrichtendienst sieht nach Recherchen von Medienvertretern hierin keine Probleme. Eine Entwicklung, die Terrorexperten äußerst kritisch sehen. Über 300.000 Follower haben offizielle Twitter Accounts des „Islamic Emirate of Afghanistan“. Dort twittern Sprecher als Vertreter des islamischen Emirats Afghanistan in diesen Tagen die Einnahme Kabuls – auch auf Englisch. Mit Texten, Fotos und Kurzfilmen demonstrieren sie dort erbeutete Waffen oder die Proklamation des Scharia-Staats. Eines Scharia-Staates, der Steinigungen und andere perfide Formen der Hinrichtung als legitim betrachtet für all jene, die sich dessen Ideologie nicht unterordnen wollen. Für die radikal-islamischen Taliban ist Twitter eine Propagandaplattform. Dass soziale Plattformen die Botschaften offizieller Taliban Vertreter verbreiten, hält Prof. Peter R. Neumann, Experte für Sicherheitsstudien am King’s Kollege London und Direktor des „Institute for Religios Feedom and Security in Europe“ für gefährlich: „Damit erlaubt Twitter es den Taliban, sich besonders gegenüber einer westlichen Öffentlichkeit als legitim und moderat darzustellen – unabhängig davon, was im Land selbst passiert.“ Auch der in München geborene Imam Ahmad Schekeb Popal ist bestürzt. Nach wie vor pflegt er enge Beziehungen in die Heimat seiner Eltern und ist in Afghanistan gut vernetzt. Er kennt die Twitter-Profile der Taliban und hat sich diese auch aktuell noch einmal näher angesehen. Dabei stellte er fest, dass die Islamisten versuchen, sich als weltoffen und fast schon demokratisch darzustellen. Als solche, die etwa keine Frauenrechte beschneiden. Aber Popal hat über die Taliban ganz andere Kenntnisse. „Bitte bringen Sie meine tiefe Abneigung gegen diese Gruppe zum Ausdruck“, sagt er gegenüber Reportern. „Die Taliban befürworten Selbstmordanschläge, sind frauenfeindlich, antisemitisch, xenophob und vermitteln ein steinzeitliches Menschenbild.“ Popals Warnung deckt sich mit Zeugenberichten der zurückliegenden Tage. Demnach haben die Taliban längst damit begonnen, Frauen aus der Gesellschaft zu verbannen. Es gibt Bilder von Dieben, die – ganz schariakonform – mit Teer im Gesicht und Schlinge um den Hals durch die Straßen geführt werden. Zivilisten werden willkürlich und ohne jegliches Gerichtsverfahren getötet und Frauen werden vor den Augen der Öffentlichkeit ausgepeitscht, stellte die EU-Kommission fest: „Es gibt eine Eskalation der Gewalt und immer heftigere Angriffe der Taliban auf die Zivilbevölkerung.“ Die Taliban haben das Emirat Afghanistan ausgerufen, dass sich auf Scharia-Recht beruft. Dazu gehören Körperstrafen und die Ungleichbehandlung von Mann und Frau. Botschaftsangehörige und deren ehemalige Mitarbeiter schweben nach übereinstimmenden Einschätzungen zahlreicher Regierungen in Lebensgefahr. Das, so Prof. Peter R. Neumann, müsse eigentlich, basierend auf den Community Guidelines von Twitter, natürlich zur Suspendierung der Taliban auf Twitter führen, tue es aber bisher nicht.

Weshalb sperrt die Plattform Twitter regelmäßig westliche Nutzer, wenn diese (vermeintlich) gegen ihre Gemeinschaftsstandards verstoßen, tut sich aber im Gegenzug schwer, gegen islamistische Organisationen in gleichem Umfang vorzugehen? Ende 2011 wurde ein Investment des saudi-arabischen Milliardärs Al-Walid ibn Talal in den Kurznachrichtendienst bekannt. Der Prinz stellte dem Internetunternehmen über seine Kingdom Holding 300 Millionen Dollar zur Verfügung und erhielt im Gegenzug bei einem mittlerweile auf acht Milliarden Dollar geschätzten Firmenwert eine Beteiligung von 3,8 Prozent. Vor erst einigen Stunden flog der einflussreiche Chef der Taliban mit einem eigens für ihn gecharterten Flieger aus seinem Exil in Katar gen Afghanistan. Nur Zufall? Oder verfolgen die immens reichen Länder am Golfstrom ihre eigenen Interessen und bedienen sich dazu auch finanzieller Beteiligungen an westlichen Medien? Es ist völlig unverständlich und nicht hinnehmbar, dass eine extremistische Terrororganisation wie die Taliban ihre menschenfeindliche Propaganda auf diese Weise ungestört verbreiten und sich auch international als geistiger Brandstifter betätigen darf. Denn es besteht die reale und deutliche Gefahr, dass ihre Saat des Hasses und der Gewalt auch in anderen Ländern auf fruchtbaren Boden fällt. Auch deutsche Sicherheitskräfte und das Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz sehen in der Verbreitung solcher Botschaften die Gefahr liegen, dass Nutzer sich dazu animiert fühlen könnten, terroristische Aktivitäten der Taliban zu unterstützen. Auch hier bei uns in Deutschland. Es wäre nicht das erste Mal, dass hierzulande ein Attentat verübt wurde, bei dem sich der Täter durch Aktivitäten und öffentliche Aufrufe islamistischer Terrororganisationen zu seiner Tat animiert fühlte oder von diesen gar einen konkreten Auftrag zu seinem perfiden Handeln erhielt!

Quelle: BR

Quelle: MANAGER MAGAZIN

Quelle: BILD

Danuj Jayawardena, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Warum Twitter Taliban-Propaganda zulässt. Wer kennt es nicht. Immer wieder werden Stimmen, die nicht zum Mainstream passen, in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter gelöscht oder gar deren Accounts komplett gesperrt. Sogar das Twitter Konto des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump fiel vor einigen Monaten der Zensur zum Opfer. Nicht jedoch der Twitter Account der radikal-islamischen Terrororganisation der Taliban. Diese terroristische Vereinigung darf dort nach wie vor ungestört ihre Hassbotschaften und ihre Freude über ihren Sieg über die Menschen in Afghanistan in die Welt hinausposaunen.   

Bildquelle: Danuj Jayawardena, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

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