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Ein neuer Fall von Fakenews. Eine dunkelhäutige Frau und ein Kind wurden von einem vermeintlich gefährlichen Mob verfolgt

Ein klarer Fall von Rassismus. Oder doch nicht? Recherchen haben ergeben, dass die zunächst veröffentlichten Videosequenzen deutlich verkürzt waren und entscheidende Szenen fehlten. Denn in Wahrheit war die „verfolgte“ Frau die eigentliche Täterin

Ein wütender Mob ruft Beleidigungen und verfolgt eine scheinbar unschuldige schwarze Frau mit ihrem kleinen Sohn durch die Straßen eines Wohnviertels in Neuhaus an der Pegnitz nahe Nürnberg. Kurz kommt es zu Handgreiflichkeiten. Diese Szenen eines rund zwei Minuten langen Videos sorgen derzeit für Rassismus-Diskussionen auf Twitter. Doch das Video zeigt nur einen Ausschnitt der Geschichte. t-online hat bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und bei der Urheberin selbst nachgefragt. Bei der Staatsanwaltschaft stellte sich heraus: Das Video stammt bereits vom August 2020. Und das angebliche Opfer, die schwarze Frau, gilt für die Staatsanwaltschaft in diesem Fall als Tatverdächtige. Die farbige Frau hatte sich im vergangenen Jahr vor die Haustür einer gerade heimgekehrten Nachbarin gestellt und dort in einem Streit ihr Gesicht an das Gesicht der anderen Frau gepresst. Auf Bitten, den Corona-Abstand einzuhalten, schlug die Tatverdächtige der Nachbarin mehrfach ins Gesicht, biss ihr in den Unterarm und brachte die Geschädigte so zu Boden. Danach trat sie auf die am Boden liegende Nachbarin ein und schrie „Ich bring dich und deine Scheiß-Familie um“. Als Nachbarn die Polizei alarmierten, entfernte sich die Angreiferin dann vom Tatort und wurde dabei von einigen Zeugen verfolgt. So entstanden dann die herzzerreißenden Szenen der vermeintlichen Hetzjagd.

Medien sollen berichten, aufklären. Das ist ihre eigentliche Aufgabe. Doch immer wieder werden Medien und soziale Netzwerke auch dazu missbraucht, Fehlinformationen zu verbreiten oder gar bewusst zu lügen und zu manipulieren. Derzeit übertrifft man sich in unserem Land darin, unseren Bürgern einen geradezu überbordenden Rassismus zu unterstellen. Das fängt mit teilweise zunehmend abstruseren Vorwürfen gegenüber unserer Sprache an (Beispiel: Verwendung des Begriffs „schwarzfahren“ sei rassistisch), zieht sich über Alltägliches und traditionelle Spiele hin (Beispiel: Kartenspiele seien rassistisch, weil hier keine sogenannten „People of Color“ abgebildet seien; oder: Schachspiel ist rassistisch, weil dort die weiße Figur den ersten Spielzug macht) und endet darin, zu suggerieren, auch das reale Leben von Farbigen sei immerzu geprägt von Anfeindungen, Unterdrückung und Gewalt. Da passte es natürlich zunächst hervorragend ins „Framing“, dass nun gar in einer beschaulichen Kleinstadt eine verletzliche Mutter und ihr kleines Kind aufgrund ihrer Hautfarbe durch die dortigen Anwohner einer schockierenden Gewaltattacke ausgesetzt waren. Doch längst nicht immer ist alles so wie es scheint und am Ende wurde aus der unschuldigen grundlos Gejagten eine höchst aggressiv und gewalttätig agierende Täterin, die floh, um nicht von der Polizei zur Rechenschaft gezogen zu werden. Gut, dass es in unserem Land auch noch seriöse Medienvertreter gibt, die hinterfragen, eigene Recherchen betreiben und dann am Ende Fakten liefern. Auch wenn diese gerade nicht in den aktuell gewünschten Mainstream passen!

Quelle: T-ONLINE – Bildquelle Titel: GDJ, CC0, via Wikimedia Commons

Angebliches Opfer soll "gebissen und geschlagen" haben. Ein neuer Fall von Fakenews. Eine dunkelhäutige Frau und ein Kind wurden von einem vermeintlich gefährlichen Mob verfolgt.Ein klarer Fall von Rassismus. Oder doch nicht? Recherchen haben ergeben, dass die zunächst veröffentlichten Videosequenzen deutlich verkürzt waren und entscheidende Szenen fehlten. Denn in Wahrheit war die „verfolgte“ Frau die eigentliche Täterin.

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