Werden die derzeit bei einem Teil der an Corona Erkrankten als „Long Covid“ bezeichneten Langzeitfolgen in Wirklichkeit vom Epstein-Barr-Virus hervorgerufen? Einige aktuelle internationale Studien weisen hierauf hin und könnten neue Ansätze für erfolgreiche Behandlungsmethoden bieten. Auch gibt es bereits konkrete Hinweise, dass eine Behandlung mit bekannten antiviralen Mitteln gegen das Epstein-Barr-Virus auch einigen Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen helfen kann

Das zu den Herpesviren gehörende Epstein-Barr-Virus (EBV) kann das sogenannte Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen, zu dessen Symptomen auch langanhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit gehören. Nach Abklingen dieser Krankheit bleibt der Erreger lebenslang latent im Körper – meist unbemerkt. Durch Stress, Umwelteinflüsse oder Infektionen mit anderen Erregern kann es aber später zu einer Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus kommen. Nun mehren sich die Anzeichen, dass die Infektion mit dem Corona-Virus auch das Epstein-Barr-Virus wieder aufwecken kann

Forschungsteams in China, Frankreich, Italien und Österreich haben eine Reaktivierung dieses Virus bei 78 bis 95 Prozent der Patienten mit einer akuten Covid-19-Erkrankung nachgewiesen. Diese Reaktivierung könnte auch an der Schwere des Covid-19-Verlaufs beteiligt sein. Indizien dafür liefert unter anderem eine Studie aus Wuhan, in der bei Patienten mit einer Doppelbelastung durch den Corona-Virus und reaktiviertem Epstein-Barr-Virus höheres Fieber und schwerere Entzündungssymptome festgestellt wurden. Auf Basis dieser Beobachtungen wurde nun in den USA eine Studie zum Zusammenhang zwischen dem Epstein-Barr-Virus und „Long Covid“-Symptomen erstellt.

Das Ergebnis der Untersuchungen: Rund ein Drittel der Testpersonen zeigte drei Monate nach der Corona-Infektion typische „Long Covid“-Symptome. Der Anteil der Epstein-Barr-Virus-Reaktivierung lag bei diesen Patienten bei 66,7 Prozent. Bei den Testpersonen ohne Spätfolgen lag der Anteil dagegen nur bei zehn Prozent. Viele Symptome von „Long Covid“ könnten demnach nach Meinung der Forscher gar keine direkte Folge des Corona-Virus sein, sondern auf die von Covid-19 hervorgerufene Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus zurückgehen. Dies könnte ganz neue Ansätze für eine Therapie von „Long Covid“ eröffnen. Denn es gibt einige antivirale Mittel, die die Vermehrung der reaktivierten Epstein-Barr-Viren zumindest eindämmen können. In Wuhan hat eine Studie zudem schon gezeigt, dass eine Behandlung mit dem Anti-Herpesmittel Ganciclovir auch einigen Patienten mit schweren Verläufen von akutem Covid-19 helfen kann.

Quelle: FOCUS – Bildquelle Titel: Long Covid – Sandra Lopez-Leon, Talia Wegman-Ostrosky, Instituto Nacional de Cancerología: Instituto Nacional de Cancerologia.Carol Perelman, National Autonomous University of Mexico: Universidad Nacional Autonoma de Mexico.Rosalinda Sepulveda, Harvard University T H Chan School of Public Health.Paulina Rebolledo, Emory University School of Medicine.Angelica Cuapio, Karolinska Institute: Karolinska Institutet.Sonia Villapol, Houston Methodist Research Institute, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Long Covid - Sandra Lopez-Leon, Talia Wegman-Ostrosky, Instituto Nacional de Cancerología: Instituto Nacional de Cancerologia.Carol Perelman, National Autonomous University of Mexico: Universidad Nacional Autonoma de Mexico.Rosalinda Sepulveda, Harvard University T H Chan School of Public Health.Paulina Rebolledo, Emory University School of Medicine.Angelica Cuapio, Karolinska Institute: Karolinska Institutet.Sonia Villapol, Houston Methodist Research Institute, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons
Ist es an Long Covid beteiligt? Corona kann wohl in uns schlummerndes Virus aktivieren - Fast jeder trägt es in sich. Werden die derzeit bei einem Teil der an Corona Erkrankten als „Long Covid“ bezeichneten Langzeitfolgen in Wirklichkeit vom Epstein-Barr-Virus hervorgerufen? Einige aktuelle internationale Studien weisen hierauf hin und könnten neue Ansätze für erfolgreiche Behandlungsmethoden bieten. Auch gibt es bereits konkrete Hinweise, dass eine Behandlung mit bekannten antiviralen Mitteln gegen das Epstein-Barr-Virus auch einigen Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen helfen kann. Das zu den Herpesviren gehörende Epstein-Barr-Virus (EBV) kann das sogenannte Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen, zu dessen Symptomen auch langanhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit gehören. Nach Abklingen dieser Krankheit bleibt der Erreger lebenslang latent im Körper - meist unbemerkt. Durch Stress, Umwelteinflüsse oder Infektionen mit anderen Erregern kann es aber später zu einer Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus kommen. Nun mehren sich die Anzeichen, dass die Infektion mit dem Corona-Virus auch das Epstein-Barr-Virus wieder aufwecken kann

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Mike
Gast
5. August 2021 16:03

Dass es einen Zusammenhang geben soll zwischen dem Epstein-Barr-Virus und Covid-19 ist der Bevölkerung nicht bekannt, daher interessanter Beitrag.