Nürnberg goes queer

Eigentlich streben zahlreiche nationale aber auch internationale Gesetze eine Inklusion möglichst aller Bürger an. So sollen beispielsweise Menschen mit Handicap soweit wie nur möglich in alle sozialen und kulturellen Prozesse unseres Landes eingebunden werden. Bislang vorhandene Barrieren sollen abgebaut werden. Eine begrüßenswerte Entwicklung. Doch gleichzeitig entwickelt sich in unserem Land ein nicht nachvollziehbarer gegensätzlicher Trend, der eine Segregation von Teilen der Bevölkerung vorantreibt und damit das oben genannte Ziel ad absurdum führt

So möchte nun beispielsweise die Stadt Nürnberg mit neuen Transgender-Badetagen den Alltag für die LSBTIQ*-Community in Nürnberg verbessern. Der Grünen-Stadtrat Uwe Scherzer alias Uschi Unsinn ist außerordentlich begeistert, dass dadurch der Traum vom Ende binärer Badeanstalten bald Wirklichkeit werden könnte. Das Ziel wäre, dass künftig an vier Sonntagen im Jahr die LSBTIQ*-Community auf den binären Badeanstalten-Code pfeifen und die Damen- oder Herrenumkleiden ohne Angst vor Diskriminierung nutzen könnte. Denn bislang gebe es in der gesamten Metropolregion noch keine ausgewiesenen Bademöglichkeiten speziell für trans- oder intergeschlechtliche Menschen.

Diese Entwicklung verwundert. Denn einerseits macht die LSBTG*-Community bei allen erdenklichen Gelegenheiten medial und politisch auf sich aufmerksam und fordert eine umfassende gesellschaftliche Anerkennung und gleiche Rechte. Auf der anderen Seite nun aber der klare Wunsch nach Abgrenzung und eigenen exklusiven Nutzungsrechten. Begründet mit dem Umstand, dass man sich ja dann beispielsweise in der Herren-oder Damenumkleide jeweils fremden Blicken aussetzen müsste. Eine Scheu und Scham, die man von ebendieser Community sonst eher nicht gewohnt ist, denkt man an die bewusst provozierende, freizügige und in manchen Fällen gar obszöne Zurschaustellung beispielsweise beim Christipher-Street-Day beim Umzug über zahlreiche öffentliche Straßen und Plätze der Republik.

In jedem Falle scheint eine solch bewusste Abgrenzung und Forderung nach einer „Sonderstellung“ ganz sicher nicht geeignet, Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung zu erhöhen. Denn „Normalität“ braucht keine Extrawürste…!

Quelle: BILD – Bildquelle Titel: Blick vom Sinwellturm der Nürnberger Burg nach Süden auf die Altstadt von Nürnberg, Mittelfranken, Bayern, Deutschland, Uoaei1, CC BY-SA 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons

Uoaei1, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Eigene Badetage für trans* und inter* Menschen - klappt der Test in Nürnberg? Nürnberg goes queer. Eigentlich streben zahlreiche nationale aber auch internationale Gesetze eine Inklusion möglichst aller Bürger an. So sollen beispielsweise Menschen mit Handicap soweit wie nur möglich in alle sozialen und kulturellen Prozesse unseres Landes eingebunden werden. Bislang vorhandene Barrieren sollen abgebaut werden. Eine begrüßenswerte Entwicklung. Doch gleichzeitig entwickelt sich in unserem Land ein nicht nachvollziehbarer gegensätzlicher Trend, der eine Segregation von Teilen der Bevölkerung vorantreibt und damit das oben genannte Ziel ad absurdum führt. 

Blick vom Sinwellturm der Nürnberger Burg nach Süden auf die Altstadt von Nürnberg, Mittelfranken, Bayern, Deutschland

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