Dieter Schütz / pixelio.de

Die Masse der deutschen Schüler befand sich aufgrund der im Zusammenhang mit der Corona-Krise verordneten Einschränkungen für etwa ein Jahr im Distanzunterricht. Bildungsminister und andere Politiker der Altparteien klopfen sich begeistert gegenseitig auf die Schulter, beweihräuchern sich selbst für ihre grandiosen sogenannten „Homeschooling-Konzepte“, mit denen sich die Schüler – wie auch immer – den Unterrichtsstoff „erarbeiten können“. So die graue Theorie. Doch die Praxis sieht leider ganz anders aus. Eine neue Bildungsstudie hat es ans Licht gebracht: Der Distanzunterricht war so effektiv wie Sommerferien!

Eine Studie hat dem Distanzunterricht während der Corona-Krise ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen – und das Ergebnis ist ernüchternd:

„Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien“, erklärte Prof. Andreas Frey, einer der Studienautoren, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie lehrt. Für diese Studie hatten Forscher aus wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien herausgesucht, die über die Auswirkungen der Corona-bedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülern berichteten. Dabei wurden nur forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Rückschlüsse auf die Wirkung Corona-bedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülern erlauben und dabei geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung eingesetzt haben.

Besonders stark waren die Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Elternhäusern. Damit wurden nach Aussage der Wissenschaftler die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der Corona-bedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet und einen Teil der Schüler noch weiter als bisher „abgehängt“.

Auch wenn sich nach Einschätzung der Experten zwischenzeitlich die „Onlinelehre“ vielerorts verbessert hat, wird es wohl längere Zeit in Anspruch nehmen, die aufgehäuften Defizite wieder abzubauen. Und mancher Schüler wird womöglich langfristig „auf der Strecke bleiben“. Denn die Ideen einiger Bildungspolitiker, man könne ja in einem Teil der Sommerferien Schülern Unterstützungsmaßnahmen anbieten und auch darüberhinaus dann eine Zeitlang neben dem Unterricht ergänzend Bildungsangebote machen, werden sich wohl nicht so leicht umsetzen lassen. Denn bereits vor der Corona-Krise war das Thema „Lehrermangel“ präsent, immer wieder kam es landauf landab zu Unterrichtsausfällen, die nur unzureichend kompensiert werden konnten. Wo also will man nun die Ressourcen hernehmen, um in breiter Masse ausgefallenen Unterricht nachzuholen oder mit zahlreichen Schülern Stoff zu wiederholen und einzuüben?

Noch dazu hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erst vor wenigen Tagen geäußert, dass nach seinem Willen die Corona-Maßnahmen in den Schulen noch längere Zeit aufrechterhalten werden müssten. Im Herbst und Winter wären seiner Meinung nach trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig. Durch eine weitere Verlängerung des Wechselunterrichts würden all die ambitionierten Ideen, Unterrichtsstoff bald nachzuholen, ad absurdum geführt und statt dessen die Lücken noch entsprechend ausgeweitet. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass manche Politiker unser Bildungssystem – insbesondere nach Vorliegen der obigen Studie – bewusst an die Wand fahren wollen. Oder ist es einfach nur die Jens Spahn eigene Ignoranz der Realität und seine zunehmend erkennbare Überforderung? Unzählige Schüler werden dieses Versagen der Politik über lange Zeit hinweg ausbaden müssen. Und irgendwann als „verlorene Generation“ in die neuere Geschichte eingehen.

Doch vielleicht ist auch das gewollt? Schließlich ist nichts „gefährlicher“ für selbstgefällige und machtbesessne Politiker, als ein gebildetes und selbstsicheres Volk!

Quelle: WELT – Bildquelle Titel: Dieter Schütz  / pixelio.de

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Distanzunterricht laut Bildungsstudie so effektiv wie Sommerferien - Die Masse der deutschen Schüler befand sich aufgrund der im Zusammenhang mit der Corona-Krise verordneten Einschränkungen für etwa ein Jahr im Distanzunterricht. Bildungsminister und andere Politiker der Altparteien klopfen sich begeistert gegenseitig auf die Schulter, beweihräuchern sich selbst für ihre grandiosen sogenannten „Homeschooling-Konzepte“, mit denen sich die Schüler - wie auch immer - den Unterrichtsstoff „erarbeiten können“. So die graue Theorie. Doch die Praxis sieht leider ganz anders aus. Eine neue Bildungsstudie hat es ans Licht gebracht: Der Distanzunterricht war so effektiv wie Sommerferien! - Eine Studie hat dem Distanzunterricht während der Corona-Krise ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen - und das Ergebnis ist ernüchternd:

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