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Im ganzen Land entstehen Corona-Testzentren. Ein gutes Geschäft, denn der Bund zahlt

Haben Sie schon immer einmal davon geträumt, sich auf die Schnelle eine goldene Nase verdienen zu können?

Dann setzen Sie doch einfach auf den in der „neuen Normalität“ allgegenwärtigen „Nasenabstrich“ und werden Sie Betreiber eines Testzentrums.

Wenn alles so laufe wie berechnet, könne er pro Testzentrum „einen fünf- bis sechsstelligen Gewinn“ im Monat erwirtschaften, erklärt Raiko Morales. Morales steht im Erdgeschoss eines Ärztehauses in Wilhelmshaven zwischen Testkabinen und Computerbildschirmen. Auf dem Boden vor ihm kleben rot-weiße Markierungen. Morgen will Morales hier ein Testzentrum eröffnen, es ist sein sechstes. „Um beim Kampf gegen die Pandemie mitzuhelfen“, sagt er, aber natürlich gehe es ihm „auch um wirtschaftliche Aspekte“. Denn in Deutschland ist innerhalb weniger Wochen ist in ein lukrativer Markt für Corona-Schnelltestzentren entstanden. Gab es sie Ende letzen Jahres nur in wenigen größeren Städten, findet man die Teststationen mittlerweile sogar vor Supermärkten, in alten Shisha-Bars, auf Sportplätzen und in Tattoo-Studios. Denn seit dem 8. März dürfen sich alle Bürger mehrmals in der Woche kostenlos testen lassen, bezahlt vom Bund (ähm, nun ja – eigentlich eher: Dem Steuerzahler). Für den Aufbau der dafür nötigen Testkapazitäten sind die Länder und die Kommunen zuständig, die ihrerseits wiederum private Anbieter beauftragen. „Der Bund“ erstattet dann den Unternehmern nicht nur die Materialkosten bis maximal sechs Euro je Test, sondern zahlt ihnen darüberhinaus auch noch eine Pauschale von 12 Euro pro Abstrich. Ein lohnendes Geschäft also. Vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass diejenigen, die den Test vornehmen, keinerlei medizinische Grundkenntnisse oder eine Ausbildung benötigen. Es genügt, wenn sie vor dem Einstieg eine kurze Schulung absolvieren. Und dann geht‘s los mit dem Testen.Wieviele solcher Testzentren es mittlerweile gibt, darüber hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn keinen Überblick. Mitte April teilte er zwar mit, dass insgesamt über 15.000 Einrichtungen geschaffen wurden. Allerdings waren in dieser Rechnung einige Bundesländer noch gar nicht enthalten. Und die Gesamtkosten der Testungen kann sowieso noch keiner genau absehen. Die erste Auszahlung des Bundes über das Bundesamt für Soziale Sicherung an die kassenärztlichen Vereinigungen, die den Testzentren und Ärzten das Geld erstatten, lag Mitte April bei 132,5 Millionen Euro. Die Gelddruckmaschine läuft also fröhlich auf Hochtouren. Für die Kontrolle der Zentren sind die örtlichen Gesundheitsämter zuständig. Wegen der schieren Menge können sie allerdings meist nur Stichproben machen. Ein El Dorado also auch für schwarze Schafe. Allein In Hamburg mussten zwischenzeitlich zwölf Teststellen wieder schließen, weil sie die nötigen Hygienestandards nicht erfüllt hatten. Bereits ab 100 Tests am Tag ist eine Teststation profitabel. Und bei 500 bis 800 Tests am Tag, kann man pro Testzentrum monatlich rund 100.000 Euro Gewinn (!) erwirtschaften. Ein gut besuchtes Testzentrum rentiert sich nach Aussagen eines Betreibers schon nach fünf bis sechs Tagen. Eine wahre Goldgrube also.

Wir fassen also zusammen: Zahllose Menschen rennen tagtäglich zu Testzentren, um eine Bestätigung dafür zu erhalten, was ihnen vermutlich bereits vorher klar war – sie sind nicht krank. Für diese sagenhafte Leistung hat man in Deutschland innerhalb kürzester Zeit eine flächendeckende Infrastruktur geschaffen, auf die man bei anderen Projekten oft jahrelang vergeblich wartet. Und das Ganze sozusagen „für lau“, denn es zahlt ja „der Bund“. Dass dieser sich das Geld am Ende dann mal wieder von jemandem holen wird, der die ganze Zeche bezahlt, scheint den Testbegeisterten bislang offenbar noch nicht ganz zu dämmern. Doch die Rechnung wird kommen – seien Sie gewiss. Denn in ein paar Monaten ist die Bundestagswahl vorbei…!

Quelle: Zeit.de – Bildquelle Titel: Flaticon.com (Licence)

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