Folgen des Nahost-Konflikts: Juden-Hass unter Muslimen: Warum bei antisemitischen Straftaten die Statistik nicht stimmt

Bariş Çimen, working for Voice of America, Public domain, via Wikimedia Commons

Bei antisemitischen Straftaten stimmt die offizielle Kriminalstatistik nicht

Dies stellt die Frankfurter Professorin und Leiterin des Forschungszentrums „Globaler Islam“, Susanne Schröter, fest

Sie wirft der Politik vor, den Antisemitismus in muslimischen Gemeinden seit Jahren auszublenden. Vor dem Hintergrund des aktuellen Nahost-Konflikts nehmen Krawalle und Attacken auf Synagogen in Deutschland zu. Nach Erfahrung der Expertin bricht sich hier ein muslimischer Antisemitismus Bahn, der in der deutschen Öffentlichkeit bisher stets ausgeblendet wurde. So erstarkt in muslimischen Communitys der Antisemitismus. Schon in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Übergriffe durch Muslime auf Juden in U-Bahnen oder auf jüdische Kinder in Schulen. Aus Furcht vor Attacken verzichten manche Juden in Deutschland inzwischen auf das Tragen religiöser Kleidung in der Öffentlichkeit. Diese gefährliche Entwicklung wurde jedoch von Politik und Gesellschaft nie wirklich ernst genommen. Die Leiterin des Forschungszentrums stellt fest, dass etliche Kreise in Kultur und Politik Muslime stets als Opfergruppe ansehen. Dafür steht dann etwa der Begriff der Islamophobie oder der antimuslimische Rassismus.

Nach deren Schlussfolgerung könnten Opfer keine Täter sein. „Die gleiche Geisteshaltung wird auch durch Wissenschaftler befeuert, die aus der postkolonialen Theorie kommen. Diese Forscher betonen explizit, dass Muslime keine Täter sein können, weil sie Opfer sind. Das ist schon eine abenteuerliche Sicht der Dinge.“, so Susanne Schröter. „Vielen Politikern und auch gerade Kirchenvertretern ist das Thema zu heiß. (…) Und so rührt man das Problem gar nicht mehr an. Jetzt aber haben wir den Salat, dass unter Muslimen teilweise eine extreme Judenfeindlichkeit vorherrscht. Dabei geht es nicht so sehr um Kritik an den Maßnahmen der israelischen Regierung, sondern eher um eine antisemitische Mischung aus Politik und Religion. Das ist kein neues Phänomen. Als der Nahostkonflikt 2014 hochkochte, drohten junge Demonstranten auf deutschen Straßen, das Heer des Propheten Mohammed werde wiederkommen und die Juden vernichten. Mit solchen Sprüchen nimmt man Bezug auf die islamische Geistesgeschichte.

In manchen Koranversen und Hadithen Mohammeds finden sich Passagen, die Juden und Muslime in ein absolutes Feindschafts-Verhältnis stellen. Die Zuwanderung aus den arabischen Bürgerkriegsländern hat diese antisemitische Haltung hierzulande nochmals verschärft. Wenn man sich mit dem Problem seitens der Politik nicht beschäftigt, dann brodelt es weiter vor sich hin, bis der Kessel überkocht.“, stellt die Expertin fest. „Dass die Polizei die antisemitischen Straftaten vor allem rechtsextremistischen Kreisen zuordnet, ist schlicht irreführend. Alle Fälle, bei denen sich kein Täter finden lässt, werden automatisch dem Rechtsextremismus zugeschlagen. Das geschieht etwa in der Hälfte der registrierten judenfeindlichen Delikte. Daher resultiert der eklatante Überhang Richtung Rechts. Diese Statistik widerspricht aber eindeutig den Befragungen jüdischer Opfer. Ich glaube, dass die Strafverfolgungsbehörden hier ziemlich im Dunkeln tappen. Das nimmt man aber nicht zur Kenntnis.“Denn Judenfeindlichkeit ist auch ein Problem bei Zuwanderern aus muslimischen Ländern. Schröter konstatiert: „Ein paar Betroffenheitsbekundungen seitens der Politik werden nicht ausreichen, um diese antisemitische Strömung verschwinden zu lassen. Die Krawalle und Angriffe auf jüdische Einrichtungen werden immer wieder aufpoppen.

Zumal islamische Organisationen den Judenhass auch noch anheizen.“ Dazu zählt zum Beispiel die staatlich gelenkte türkische Religionsbehörde Diyanet nebst dem Dachverband der türkisch-islamischen Religionsvereine in Deutschland, die „DITIB“. Auf deren türkischen Heimatseiten läuft gerade eine großangelegte Propaganda gegen Israel und die Juden und erinnert an einen „Heiligen Krieg“.Daneben gibt es nach Erfahrung der Expertin auch im linken Spektrum seit Jahrzehnten einen latenten Antisemitismus. Das geht zurück auf die Terror-Gruppe RAF in den 70er Jahren und andere linksradikale Bewegungen, die sich mit militanten Palästinensergruppen verbündet hatten. Da wurden bei Attentaten oder Geiselnahmen mitunter jüdische Opfer gezielt herausgefiltert. In deren Nachfolge gibt es auch heute noch ideologische Hardliner, die palästinensische Organisationen grundsätzlich als „Befreiungsbewegung“ glorifizieren und Israel das Existenzrecht absprechen.Es ist daher höchste Zeit, dass sich die deutsche Politik und deutsche Vollzugsbehörden ohne ideologische Scheuklappen mit dem aufsteigenden Problem auseinandersetzen und in allen politischen Spektren und Gesellschaftsteilen antisemitische Entwicklungen strafrechtlich verfolgen und diesen entschieden entgegenwirken. Ansonsten machen sich diese mitschuldig, wenn in unserem Land jüdische Mitbürger zu Schaden kommen. Wir dürfen es keinesfalls zulassen, dass religiöse Konflikte aus anderen Regionen der Erde in unser Land hineingetragen werden und den öffentlichen und sozialen Frieden in Deutschland nachhaltig stören!

Quelle: Focus.de – Bildquelle Titel: Bariş Çimen, working for Voice of America, Public domain, via Wikimedia Commons

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