Wenn die Zensur nicht mal vor klassischer Literatur halt macht…

Im „Land der Dichter und Denker“ geraten jetzt sogar deutsche Klassiker ins Visier der Zensoren. Ein Kaufmann aus Stralsund veröffentlichte auf seinem Facebook Profil ein Zitat von Heinrich Heine, einem der bedeutendsten Dichter und Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Und prompt erfolgte die wiederholte Löschung und anschließende Sperre: Wegen „Hassrede“. Der so überraschend Gemaßregelte fühlt sich an finstere DDR-Zeiten erinnert.

„Ich bin über das Verbot des Heine-Zitates entsetzt“, sagt er. „1986 bin ich einst aus dem SED-Regime ausgereist, nachdem ich den NVA-Wehrdienst verweigerte und inhaftiert wurde. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass die freie Meinungsäußerung einmal wieder so eingeschränkt werden würde.“

Der Stralsunder will sich die Einschränkung seiner Veröffentlichung nicht bieten lassen und hat nun mithilfe eines prominenten Anwalts Klage eingereicht.

https://www.bild.de/regional/mecklenburg-vorpommern/mecklenburg-vorpommern-news/klage-stralsund-facebook-loescht-heinrich-heine-76037616.bild.html?fbclid=IwAR33OI-InuX7H4Wcr5pJTxj3hgw4hc3jGKWlorraqNY_giaIzZd0wGGfU9I

Hier das gelöschte Zitat:

„Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muß die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.“