Ex-Justizminister Sauter soll 1,2 Millionen Euro über Treuhandfirma bezogen haben

Während das gemeine Volk seit fast einem Jahr seine Nase mit Masken bedecken muss, haben sich derweil mit dem Maskenverkauf eine Reihe prominenter „Volksvertreter“ offenbar eine goldene Nase verdient. Da ist beispielsweise der CSU-Politiker, frühere bayerische Justizminister und aktuelle Landtagsabgeordnete Alfred Sauter (früher einst stand das C mal für chirstlich und das S für sozial).

Die schweren Vorwürfe der Korruption gegen den prominenten Vertreter der selbsternannten Bürgerlich-Konservativen scheinen sich nun auf spektakuläre Weise zu erhärten. Nach Medieninformationen geht derzeit die Generalstaatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass der Landtagsabgeordnete eine ausgeklügelte Treuhand-Konstruktion zum Kassieren von Provisionen genutzt hat. Der CSU-Kreisvorsitzende aus Günzburg hat demnach 1,2 Millionen Euro aus Masken-Geschäften erhalten.

Das Geld floss aber nicht direkt an ihn. Es soll an die Firma Pecom GmbH gegangen sein, deren alleiniger Gesellschafter (natürlich rein zufällig 🙄) der Schatzmeister der Günzburger Kreis-CSU, Manfred Krautkrämer, ist. Diese Firma hat ihren Sitz am Wohnort von Krautkrämer im Landkreis Günzburg und gibt im Handelsregister als ihren Geschäftszweck an: „Vermittlung von Immobilien, von Wohnraum und von Darlehen sowie die Erbringung von Vermittlungsleistungen jeder Art…“.

Das Geld soll nach den aktuellen Erkenntnissen der Ermittler von einer Firma aus dem weit verzweigten Geflecht des schillernden Unternehmers Thomas Limberger gekommen sein. Über ein Konto in Liechtenstein soll es dann an die Firma Pecom gegangen sei.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der hohe Betrag dann von dort heimlich an Sauter weitergegeben wurde. Auch gegen den Gesellschafter der Firma Pecom, Manfred Krautkrämer, wird zwischenzeitlich ermittelt, aber wegen des Verdachts der Beihilfe zur Umsatzsteuerhinterziehung. Krautkrämer ist Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und kennt Alfred Sauter seit vielen Jahren. In seiner Eigenschaft als Kreisschatzmeister der CSU im Landkreis Günzburg war er seit langem auch für die Kasse des Kreisverbands zuständig. Die CSU hat mittlerweile eine Sonderprüfung der Finanzen dieses CSU-Kreisverbands in Auftrag gegeben. Zum Verbleib des mutmaßlichen Schmiergeldes gibt es momentan noch Rätsel. Sauter selbst behauptete, es sei „von Anfang an beschlossen“ gewesen, den „zusätzlich zum Anwaltshonorar geleisteten Geldbetrag“ nach Abzug aller Steuern gemeinnützigen Zwecken zuzuführen. Dies sei durch Familienangehörige und ihn selbst sichergestellt worden. Wer die Spende bekommen hat und zu welchem Zeitpunkt, verrät er nicht.

Nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ soll die hohe Summe an die „Bürgerstiftung Landkreis Günzburg“ gegangen sein. Sie wurde 2006 ins Leben gerufen. Alfred Sauter ist laut Stiftungsurkunde einer der Gründer. Und auch der aktuelle Stiftungsratsvorsitzende lässt aufhorchen: Es ist (natürlich rein zufällig 🙄) Sauters mutmaßlicher Helfer in der Affäre, Manfred Krautkrämer…!

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