Coronacontrol-Kamera sucht Verdachtsfälle !

Den Freien Wählern scheint die Regierungskoalition mit Markus Söder nicht allzu gut zu bekommen. Wie sonst ließe sich die neueste Idee von deren Vorsitzendem Hubert Aiwanger erklären. Der Mann mit der schlüssigen Corona-Biertisch-Regelung – wir erinnern uns noch mit Lachen an die detailreichen Ausführungen hierzu – hat nun ein neues Projekt geplant. Die Coronacontrol-Kamera in Einkaufszentren.
Der bayerische Wirtschatsminister stellt hierzu eine Technik vor, die unser aller Einkaufen sicherer machen soll. Datenschutz ist dabei angeblich kein Problem. Und zahlen sollen die Händler. Wer sonst.

Wer künftig in Bayern ein Einkaufszentrum betritt, könnte bald in eine Kamera blicken: Deren Software könnte die Zahl der ankommenden Kunden zählen und prüfen, ob der einzelne eine Maske trägt oder gar Fieber hat. Sollte die Temperatur des Eintretenden erhöht sein, könnte sein Foto an die Corona-Task-Force, äh ans Wachpersonal, geschickt und ihm der Eintritt verwehrt werden.
Ähnliches sei auch bei Kulturveranstaltungen denkbar. Bei einem Sportevent im letzten Herbst kam das System bereits zum Einsatz. Bedenken, dass die Wärmemessung ungenau sein könnte, wies das Unternehmen aus München, das die Technik entwickelt hat, ab:
Die Künstliche Intelligenz trage hierbei Informationen zusammen, die Einfluss nehmen könnten – wie beispielsweise Kopfhörer im Ohr oder die Außentemperatur.

Dennoch sind nicht alle Menschen, bei denen die Software letztes Jahr beim Supercup Alarm geschlagen hatte, Corona-positiv gewesen. Oft haben sie auch aus anderen Gründen eine wärmere Stirn gehabt – die bei der Veranstaltung anwesenden Mediziner ließen sie passieren. Das weckt natürlich die Frage, ob in bayerischen Supermärkten künftig dann auch medizinisches Personal vorgehalten wird, das dort dann manuell die Fehlerquote der Spezialkameras behebt und bei den „auffälligen“ Kunden die zum weiteren Einlass notwendigen Corona-Schnelltests abnimmt. Das Einstiegsmodell für eine derartige Kamera liegt übrigens bei schlappen 10.000 €.

Nach oben hin sind den Wünschen und Kosten für den Händler aber keine Grenzen gesetzt. Wer sich jetzt immer mehr an bekannte Sciencefictionromane erinnert fühlt, der hat dabei nicht Unrecht. Big Brother, äh Hubert Aiwanger, is watching you…!

https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/coronacontrol-kamera-in-muenchner-einkaufzentrum-sucht-verdachtsfaelle-art-704638?fbclid=IwAR15QouXH60P6RDiDLhEGBjWuD_zmu0mPj3VsuqyAt-ZtsR9bsJQxF0fXYE