Covid-19 Patienten: Ist die künstliche Beatmung wirklich alternativlos?

Liegen die hohen Mortalitätsraten von Corona-Patienten mit einem schweren Krankheitsverlauf möglicherweise an einer falschen Behandlung?
Diese Aussage treffen zumindest einige renommierte Lungenfachärzte.

Die Sterblichkeit von Patienten mit dem Corona-Virus Covid-19, die künstlich beatmet werden, ist extrem hoch. Nach Berichten in der Fachliteratur liegt sie bei 50 bis teils weit über 90 Prozent. Als Begründung hierfür heißt es meist, dass die Betroffenen wegen ihrer schweren Erkrankung nur geringe Überlebensaussichten hätten.

Einige Experten lassen diese Erklärung allerdings nicht gelten wie beispielsweise der renommierte Pneumologe Martin Tobin vom Veterans Affairs Hospital in Hines in Illinois. Der großzügige Gebrauch der künstlichen Beatmung ist demnach der sicherste Weg, um die Mortalität von Covid-19-Patienten zu erhöhen. Laut dem Experten Tobin sollte das Verfahren nur dann zum Einsatz kommen, wenn andere, weniger belastende Beatmungstechniken versagt haben.Denn die künstliche Beatmung setzt dem Organismus nachhaltig zu und das umso mehr, je länger sie andauert.
So muss der Patient währenddessen in ein künstliches Koma versetzt werden, damit er die Prozedur erträgt und nicht gegen die Maschine anatmet. Gerade Menschen mit hohem Alter (und mit teileweise ernsthaften Vorerkrankungen) laufen bei einer tiefen und tage- oder wochenlang anhaltenden Narkose aber Gefahr, in ein Delirium abzugleiten oder kognitive Einbußen davonzutragen. Und auch andere Organe wie beispielsweise die Nieren sind während einer Narkose einer erheblichen Belastung ausgesetzt.

Dies wirft die Frage auf, ob nicht möglicherweise eine Überarbeitung der Behandlungskonzepte die Mortalität von Corona-Patienten verringern könnte.

https://www.faz.net/…/schwere-covid-19-erkrankung…